Erinnerungen an Stockholm

P1040121Vor knapp einem Monat schlenderte ich mit einer Freundin durch Schwedens Hauptstadt, stets dabei Sonnenbrille und dicker Schal. Denn trotz blauen Himmels und Frühsommers begleitete uns immerzu eine leichte Brise und im Schnitt zeigte das Thermometer 15 Grad Celsius an. Einzige Ausnahme: Beim Marathon waren’s wohl weniger als 10 Grad und es regnete – den ganzen fucking Tag.

Und heute, heute erinnere ich mich noch mal an diesen schönen Städtetrip, während das Thermometer selbst in Hamburg über 35 Grad anzeigen wird, am Elbstrand und wohl auch an sämtlichen Badeseen wie Freibädern Sardinenbüchsen-Feeling aufkommt und man alle möglichen Kommentare von „Geil, endlich Sommer“ bis „Boah, Hitze, ey…“ hören kann.

P1040049

Ich bin bekennender Sommerfan und wahrscheinlich war ich deshalb fast ein bisschen enttäuscht, dass sich Stockholm Ende Mai/Anfang Juni nur bedingt sommerlich zeigte. Aber, wer weiß ob mir die Stadt so gut bei Brutzelhitze gefallen hätte und ich in der Lage gewesen wäre, sie so zu erkunden, dass ich nach fast 6 vollen Tagen knapp 300 Fotos mit nach Hause gebracht hätte. Ich weiß gar nicht, was die Foto-Durchschnittsbilanz für Städtereisende ist. Manche machen gar keine Fotos, andere ein paar Schnappschüsse mit dem Handy und wieder andere haben die volle Ausrüstung mit Stativ, Wechselobjektiven und natürlich auch den Selfiestick fürs Smartphone dabei. Klar.

P1040021Bei den Touris ist er ja höchst beliebt, bei den Sehenswürdigkeiten selten gestattet. Der Selfiestick hat es inzwischen auch auf die Liste der nicht erlaubten Gegenstände zum Beispiel in der königlichen Kapelle geschafft. Anderswo in der gleichen Stadt wird jedoch immerhin auf optimale Selfie-Möglichkeiten hingewiesen, wie im absolut sehenswerten Wasa-Museum. Dort gibt es doch tatsächlich einen Selfie-Spot, also diesen einen Fleck im Museum von dem aus man sich am besten vor dem Schiff fotografieren kann. Ich gebe dazu, das hat mich ein wenig beeindruckt. Toll fand ich auch, dass es in fast allen Cafés free WiFi gab und einige Cafés statt Sojamilch sogar Hafermilch im Angebot hatten. Wahre Veganer-Freuden!

Schönwetterwölckchenhimmel über Waxholm

Schönwetterwölckchenhimmel über Waxholm

Freude machte neben den üppigen Café- und Museumsbesuchen (wie waren noch im Moderna und im Fotografiska) auch ein Ausflug nach Waxholm, einer der Inseln, auf denen die Stockholmer ihre Ferien verbringen. Man kann sie sowohl per Bus als auch per Fähre erreichen. Nimmt man die Fähre sieht man noch einige andere größere wie sehr kleine Inseln. Hier hätte ich neben der Sonnenbrille und meinem Schal auch gern eine Mütze dabei gehabt.

Hilfsbereit und multilingual

Hilfsbereit und multilingual

Stockholm gefiel mir auch deshalb so gut, weil diese Stadt und ihre Bewohner bis auf das Treiben am T-Centralen (Hauptbahnhof) überaus gelassen wirkte. Die Touri-Hotspots waren nicht überlaufen und die Locals waren ausnahmslos freundlich und hilfsbereit: beim Austieg aus der Ubahn-Station und Suche nach unserer Airbnb-Unterkunft wurden wir just von einer älteren Dame angesprochen, die uns ihre Hilfe anbot, weil wir einen Stadtplan in der Hand hielten.

P1040114Achja und wenn man überall mit einem „Hej“ oder „Hej hej“ begrüßt wird oder Schilder mit Schmunzelfaktor entdeckt dann macht das einfach herrlich gute Laune. Und natürlich auch  das große Sportangebot in fast allen Parks in denen man ein „Utegym“ (Fitnessgeräte a la Trimmdich-Pfad 2.0) findet – ich konnte trotz Marathon nicht ganz die Finger davon lassen.

Kunst im Untergrund

Kunst im Untergrund

Ebenfalls kostenlos und mit Prädikat „Cool, dass wir das gemacht haben“: abends nach 22h, wenn es langsam dunkel wird, noch etwas durch das Viertel Hornstull spazieren oder die „Tbana-Tour“ (einfach mal U-Bahn fahren) machen und die bunt bemalten Ubahn-Stationen entdecken. Höhlenmalerei für Pendler.

Hausbootbesitzer sucht Hausbootfrau

Hausbootbesitzer sucht Hausbootfrau

Wer doch Geld ausgeben mag, shoppt sich einfach durch die Geschäfte im Szeneviertel Södermalm sowie in der Innenstadt oder im großen Outlet Barkaby, kehrt zum Aperitif in der Bar Himlen (in Södermalm, 25.Stock) ein und diniert allabendlich in den Szenelokals wie Bistro Brabro (in Hornstull). Wir haben uns im übrigen einfach treiben lassen und mal Abendbrot in der Bude oder auswärts genossen, je nach dem was uns eben anlachte und halbwegs zu unserem Taschengeld passte. Durchs treiben lassen erreichten wir auch eher zufällig gegen 16h den Königspalast und konnten den Wachen bei ihrer Wechsel-Choreographie zusehen oder einen Nachbarschafts-Flohmarkt.

Ansonsten kann man sich ganz einfach und wunderbar von der Stadt und den Menschen dort inspirieren lassen. Den modischen Schweden-Style werde ich wohl nicht kopieren – aktuell ganz hipp bei den Hipster-Mädels sind Plateausohlen und halblange Velours-Trenchcoats – aber souverän-charmante Schmunzel-Gelassenheit der Stockholmer ist top und Ideen für die Wohnungseinrichtungen habe ich derart viele gesammelt, dass ich wohl eine Villa bräuchte.

Vielleicht fange ich erstmal mit meinem knapp 6qm Balkon an: Die Hängematte macht sich hier jedenfalls bestens. In diesem Sinne: Geil, endlich Sommer!

P1040037

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s