Say my name, say my name…

Eigentlich ist Catie oder besser gesagt Catherine kein allzu ungewöhnlicher Name. Es handelt sich hierbei lediglich um die englische Form der Kati/Katharina, die in Deutschland durchaus geläufig ist. Wenn man Statistiken glauben darf, dann gehört Katharina zu den beliebtesten weiblichen Vornamen seit über 30 Jahren. Aber mit der Vielseitigkeit der Schreibweisen und Aussprachen birgt diese Namensabwandlung einige Tücken. Seitdem ich denken kann – und das sind immer schon einige Jahrzehnte – wurde bereits während meiner Zeit im Kindergarten (Ender der 80er), spätestens in der Grundschule (Anfang der 90er) alles aus meinem Namen gemacht, weil das englische „th“ eher schwer von der Zunge ging und überhaupt damals ein englischer Vorname mehr als kurios war. Das war nämlich noch bevor die ganzen Kevin-Chantals Einzug in Deutschlands DVD-Läden erhielten.

Es war ein ständiger Kampf, Lehrern und Mitschülern zu sagen, wie mein Name wirklich geschrieben und ausgesprochen wurde. Catherine genannt zu werden fand ich damals schon doof – aber genau so uncool war alles von Kässrin über Käthrin oder Ka-te-ri-ne. Selbstverständlich alles deutsch ausgesprochen. Was sich meine Eltern nur bei diesem Namen gedacht haben?! Aber wer weiß was dieses konstante Zetern um Anerkennung der eigenen Identität – und die fängt nun mal beim Namen an – gebracht hat oder bringt? Irgendwann checkt ja das heranwachsende Hirn, dass man ja selbst gemeint ist, wenn um einen herum alle einen bestimmten Namen immer und immer wieder sagen.

Auch heute noch lege ich Wert darauf, dass ich anständig mit meinem Namen angesprochen oder angeschrieben werde. Und ich kenne so viele Leute mit noch viel ungewöhnlicheren, ach was sage ich da, mit tatsächlich ungewöhnlichen, exotischeren Namen und Schreibweisen…wie muss es ihnen nur gehen? Wir minglen – die Welt ist in Bewegung. Das ist toll. Es gibt dann nicht nur Utes und Uwes in einem Dorf. Manchmal versuche ich dann zu erraten, welche Wurzeln wohl jemand hat oder in einem Gespräch die Geschichte hinter dem Namen herauszufinden. Manchmal haben sich Eltern ja wirklich etwas bei der Namenswahl gedacht.

Natürlich ist es tricky, wenn in meinem Kosenamen plötzlich kein „h“ mehr vorkommt – aber steter Tropfen höhlt den Stein. Und natürlich gibt es Situationen, in denen selbst ich Käthe zu mir sage oder die Umstände erschwert sind und so mein Name nicht mal annähernd meinem ähnelt (denke ich zumindest). So wurde ich beispielsweise einmal am Telefon nicht „Catherine“ sondern „Kerstin“ genannt. Natürlich dachte, dass man mich verwechselt haben muss und wollte schon auflegen. Es stellte sich dann aber heraus, dass wohl doch ich gemeint war und mit Hilfe des Buchstabier-Alphabets konnte dann auch schnell der eigentliche Name geklärt werden. Ist natürlich nicht ganz umständlich, wenn man sich von  „Cäsar –  Anton – Theodor“ bis zum letzten „Emil“ durcharbeiten muss – in Summe 9 Buchstaben. Ein langer Atem, viel Geduld und eine d-e-u-t-l-i-c-h-e A-u-s-s-p-r-a-c-h-e sind von Vorteil. Wenn dann auch noch mein Mittelname mit immerhin 7 Buchstaben und mein Nachname mit 8 Buchstaben dazu kommen, geht schon mal ein bisschen Zeit drauf. Da wünsch ich mir manchmal einen so schönen und einfachen Namen wie Anna. Aber dann denk ich mir: Witziges Spiel dieses Namen-Buchstabieren mit Buchstabier-ABC.

Ein anderes auch sehr schönes Spiel, was nur der gewinnen kann, der gerne auch mal über sich selbst lacht, heißt: Gehe zu Starbucks und bestelle dir ein Getränk zum mitnehmen. Die Getränkemischung und -größe ist dabei wirklich egal, auch dein finanzieller Einsatz spielt keine Rolle. Du kannst also 100% Lachspaß haben, wenn du einfach das günstigste Getränk nimmst. Wichtig ist, dass du nach deinem Namen gefragt wirst und du am Ende, bei der Getränke-Übergabe errätst, dass die seltsam mit schwarzem Edding auf den Pappbecher gekritzelten Linien wohl dich meinen. Manchmal geben sich die Starbucks-Angestellten keine Blöße und machen aus einem „Thomas“ einen „Thomas“, aus einer „Anna“ eine „Anna“. Aber neulich…ich sagte eindeutig „Catie“ und erwartete etwas mit „K“…bekam ich:

Gretel.

Und ja, ich war wirklich gemeint…denn das Getränk war eindeutig meine Bestellung.

Gretel: abgewandelt von Margarete, eher altmodisch und doch, in dieser Form irgendwie gut. Für meinen Geschmack auch viel cooler als Gustav!

2 Gedanken zu “Say my name, say my name…

  1. Gretel ist echt super. Ich war mal mit einem Freund in einem amerikanischen Fastfood-Restaurant. Er versuchte seinen Namen extra englisch zu betonen: Konrad.
    Was kam heraus? Carratts.
    Sorgte noch Stunden – was sage ich, Tage! – später für Spaß🙂

  2. Kenne ich: Ronald scheint es für die meisten nicht zu geben, sondern nur Roland. Haben die Leute es dann kapiert, kommen die Vergleiche mit dem Namen eines früheren US-Präsidenten oder mit dem Clown dieser Fastfood-Kette.

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