Let’s go to the mall!

Stell Dir vor es ist verkaufsoffener Sonntag und alle gehen hin!

Früher galt der Sonntag als Ruhetag…da hatten  nur der Bäcker und die Kirche auf. Gut, früher wohnte ich auch auf dem Dorf und nicht in der Großstadt, aber dennoch hat sich unser Verhältnis zu Konsumgütern verändert. Am besten sie sind 24/7 verfügbar oder werden in 1-2 Werktagen zugestellt – überall dort hin, wo man mag. Ob ins Büro oder nach Hause oder an Paketshops oder Packstationen oder an den netten Nachbarn. So vermeidet man Shoppingtouren durch Einkaufsmeilen.

Aber da bin ich anscheinend sehr kurzsichtig. Nur weil ich Shopping per se anstrengend finde, denn ich finde per se NIE genau das, was ich suche und das was ich finde ist genau das, was ich eigentlich nicht kaufen wollte UND Geschäfte und Einkaufsgegenden sind mir persönlich immer einfach viel zu überfüllt. Ich habe also offenbar ein gestörtes Sozialverhältnis wenn es ums Einkaufen von Konsumgütern wie beispielsweise Kleidung geht. Und ja – ich gebe zu – ich habe es nun erkannt: ich muss nicht von mir auf andere schließen!

Was für ein arroganter Denkfehler: für mich ist Shopping mit Stress verbunden, doch wenn ich – wie heute – die überfüllten Einkaufsviertel Hamburgs sehe, die meterlangen Schlangen an den Kassen und das trubelige Treiben in Geschäften, dann muss ich einfach einsehen, dass ein Großteil der Gesellschaft Shopping gut findet. Die Vorteile eines verkaufsoffenen Sonntags liegen auch auf der Hand – gerade für Berufstätige. Unter der Woche bleiben dazu höchstens die Mittagspause oder der Feierabend und am Samstag ist man oft auch schon halb verplant mit Gartenarbeit, Schwiegerelternbesuch oder Kieztour. Wie gut, dass es den verkaufsoffenen Sonntag gibt! Die Massen können nicht lügen – und in den Gesichtern der sonntäglichen Konsumjünger kann ich auch kein Genervtsein vom langen Anstehen lesen.

Nein – früher war nicht alles besser, nur weil man sich Sonntag aufgrund eines mangelnden Angebots von Konsum-Unterhaltung Ruhe gegönnt hat. Heute ist es einfach normaler, ständig einkaufen gehen zu können – aus welchen zweckmäßigen Gründen oder der Selbstoptimierung wegen auch immer.

Und nur weil ich früher wie heute auch die Wahl habe, zum Bäcker oder in die Kirche zu gehen, heißt es nicht automatisch, dass ich es muss und, dass ich es auch tue. Sollte man mich dennoch an einem dieser ruhigen Wochenendtage in der Nähe eines Geschäfts entdecken ist das – selbstverständlich –  im Rahmen einer Feldstudie UND, aus Gehirnlosigkeit. Ich merke nämlich immer erst, dass es ja einer dieser Tage ist, wenn ich schon mitten im Geschehen bin, dabei war ich doch nur auf dem Weg zum Lieblingscafé (…oder zum Sport).

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