Samstag war Cheatday…

…ich gönnte mir einen ungesüßten Eiskaffee und abends sogar eine Weinschorle. Eigentlich standen ja nur Wasser, Gemüsesaft oder Kräutertee auf der erlaubten Getränkeliste beim Projekt Wasserwoche, das heute endet. Aber gestern – also an Tag 6 war einfach ein so herrlicher, spätsommerlicher Tag in herzlicher aber eher seltener Gesellschaft, dass ich meinen Gelüsten einfach freien Lauf ließ.

UND?
Der Eiskaffee war köstlich! Die Weinschorle erst etwas säuerlich, leicht, etwas fruchtig, dann mild. Meine Geschmacksnerven waren – so bilde ich mir ein – nach einer Woche fast ausschließlichen Wasser trinkens (und normal essen) schon recht sensibilisiert.

Wie hart war’s wirklich?
Bis auf diese zwei schwachen Momente verlief das Projekt Wasserwoche aber eigentlich ganz gut. Um den Tagesbedarf von etwa 1,5-2 Liter zu „schaffen“, habe ich statt aus der Flasche fast immer aus dem Glas getrunken. So habe ich automatisch mehr getrunken, als sonst und ohne Weiteres jeden Tag die 1l Flasche im Büro geleert, was ich ja vorher nie geschafft habe.

Einige Tagesrituale fielen hingegen weg – das allmorgendliche Kaffeekochen zum Beispiel oder der obligatorische Espresso nach dem Mittagessen. Mir fielen außerdem einige Automatismen auf, wie etwa beim Einkaufen, als ich wie selbstverständlich zur Milch griff, meine Runden durch den Supermarkt drehte und dann plötzlich feststellte, dass die restliche Milch zu Hause völlig ausreichen würde – fürs Müsli – und so stellte ich die aus dem Warenkorb wieder ins Kühlregal. Denn: Kein Kaffee = viel weniger Milch.

Die ersten drei Tage – also Montag, Dienstag und Mittwoch – kämpfte ich am Nachmittag je etwa eine Stunde mit extremer Müdigkeit. Donnerstag & Freitag waren durchweg wache Tage. Mir ist jedoch unklar, ob diese Tiefphasen auf Kaffeemangel zurück zu führen sind oder auf meine Mittagsmahlzeiten – Montag: Pasta, Dienstag: Gemüseauflauf, Mittwoch: Salat – und dem kleinen Schokosnack im Anschluss. ODER wohlmöglich auf eine sich anbahnende Erkältung/Grippe, die ich erst am Mittwoch mit Arzneimitteln begann zu behandeln. Irgendwie ironisch, dass man gerade in der Woche in der es um Gesundheit geht, krank wird.

Die Mahlzeiten-Theorie finde ich grundsätzlich naheliegend. Allerdings habe ich Donnerstag und Freitag nicht etwa das Lunch ausfallen lassen oder nur ein Salatblatt zerkaut. Auch an diesen Tagen gab es je ein sättigendes Tellerchen und tatsächlich auch etwas Süßes im Anschluss oder später am Nachmittag.

Da es mir am Donnerstag gesundheitlich wieder etwas besser ging, ist auch die Krankheits-Theorie durchaus möglich.

Von Kaffeeentzugserscheinungen kann ich jedoch nicht berichten. Ich habe nicht ständig an den Wachmacher gedacht, habe nicht gezittert, hatte keine Schweißausbrüche oder habe mantra-artig „Kaffee“, „Kaffee“, „Kaffee“ vor mich hin gemurmelt. Aber: Ein richtig guter Kaffee ist für mich auch eine kleine Belohnung am Tag. Ein bißchen Me-Time, ein bißchen Genuss, erstmal zurück lehnen. Für die Konzentration oder einen konstanten Blutdruck trinke ich Kaffee eigentlich nicht – und schon gar nicht jeden Kaffee. Aber allein übers Kaffeetrinken kann man ja mindestens eine Feldstudie betreiben.

Missverständnisse
Erstaunlicherweise wurde ich vergangene Woche recht häufig gefragt, ob ich mich tatsächlich nur vom Wassertrinken (und Tees und Gemüsesäften) ernähren und wie ich mit dem Hungergefühl umgehen würde? Irgendwie dachten wohl einige, dass es eine Art Fastenkur sei, bei der man eben nur bestimmte Getränke trinkt, aber nichts isst.

Aber: Nein, nein, das war keine Art Heilfasten. Heilfasten habe noch nie ausprobiert, weiß aber von Familie und Freunden, dass dies einiges an Vorbereitung bedarf, wie etwa Vorbereitungs- bzw. Entlastungstage und ebenso auch Ausbautage, um den Körper wieder an Mahlzeiten zu gewöhnen.

Gegessen habe ich die letzten Tage eigentlich normal – vielleicht etwas mehr gesnackt, als in anderen Wochen, was möglicherweise eine Art Kompensation für den Verzicht auf Kaffee.

FAZIT
Das Projekt Wasserwoche – ob nun krankheitsbedingt oder nicht – hat mir jedenfalls auch etwas Entschleunigung gebracht. Man sagt ja, dass sich auch das Hautbild positiv verändert, wenn man mehr Wasser trinkt. Damit kann ich leider noch nicht angeben, bin aber auf einem guten Wege. Und damit ist klar: Wasser trinken ist eigentlich ganz easy. Das möchte ich so weiter machen. Morgen früh wird auf dem Frühstückstisch neben dem Kaffee also auch wieder ein volles Glas Wasser stehen – mein neues Ritual, um in den Tag zu starten.

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