Die Fussball WM 2014 – Beobachtungen Teil 3

Na? Ausgeschlafen? Oder wem steckt das WM-Finale noch in den Knochen?

Der dritte und letzte Teil der Serie „Die Fussball WM 2014 – Beobachtungen“ fasst  das Endspiel und die Post-Endspiel-Phase collagenhaft zusammen.

So eine Final-WM-Party hat was von Karneval. Fahnen am ganzen Leib, Fahnen noch beim Ausatmen…am nächsten morgen. Es dauert noch einige Tage, bis man wieder klarkommt und nicht völlig apathisch vorm Fernseher sitzt, weil kein Fußball läuft.

Man kann sich noch immer nicht satt sehen an den ganzen WM-Selfies, an den unscharfen Handyvideos, die man zum Abpfiff gedreht hat, um diesen historischen Moment bis auf alle Ewigkeit festzuhalten, für sich selbst und die Enkel. Statt zu arbeiten, klickt man sich durch die Kanäle und ergötzt (haha, Wortspiel) an der omnipräsenten Berichterstattung, feiert die Weltmeister über die digitale Fanmeile

A propos Berichterstattung: Ziemlich treffend hat es in meinen Augen Sat.1. Twitter gesagt:

Bildschirmfoto 2014-07-15 um 21.23.19Es ist schon der Wahnsinn, wie die Fußball-WM plötzlich „center of attention“ in den Nachrichten war und die Medienmacher jetzt wieder entscheiden, dass die Israel-Krise interessanter ist. Den Weltfrieden hat der Sport leider nicht hergestellt.

Ist es nicht irgendwie absurd, 120 Minuten auf eine Leinwand oder einen Monitor zu starren, zu bibbern, sich die Nägel kaputt zu kauen, weil „die eigene Mannschaft“ eventuell gleich das entscheidende Tor schießen könnte? Es wird geflucht und auf den Raucherbalkon geflüchtet, ein Entspannungsbier nach dem anderen getrunken und die Grillwurst auf dem Rost vergessen.

Ohrenbetäubendes, Endorphin-berauschendes Aufspringen – die Erlösung – der Weltmeister-Orgasmus! Am Ende fallen sich alle in die Arme und jubeln einem Geschehen zu, das knapp 10.000 km am anderen Ende der Welt stattfindet – und alle fühlen sich geil!

Manche finden die Vorstellung fantastisch, dass der Sport die Menschen so verbindet, manch andere halten es für dummen Zeitvertreib und peinlichen Patriotismus. Dieses plötzliche „Wir“-Gefühl in Zeiten des Hipstertums und nach Zeiten des Hitlertums – das sei doch verlogen. Entweder gibt es nur sehr wenige Menschen hierzulande, die so denken, oder sie werden von den vielen Fans stumm gepostet (digital übertönt). Möglicherweise sind sie auch alle nach Spanien, nach England oder Portugal geflüchtet, nur um bloß nicht…naja ihr wisst schon: auszurasten.

Ich selbst habe die WM überwiegend per multi-screen verfolgt – Twitter und Facebook liefen fast immer nebenbei und waren teilweise spannender als der Spielverlauf. Was mir auffiel: 99,999 % meiner digitalen Verbindungen waren pro-WM, liebten das Event, das fröhliche Miteinander.

Zumindest ließ mich der Algorithmus das glauben.

Am Ende bleibt mir festzuhalten:

Das war ne richtig geile Party!
Das war ne richtig geile Party!
Das war ne richtig geile Party!
Das war ne richtig geile Party!

Und jetzt?!

Jetzt beruhigen wir uns alle wieder bis spätestens 2016, wenn EM ist.

 

One more thing:
Heute feiert thefeldstudien 2. Jahrestag! Viele Dank fürs fleißige Lesen, Kommentieren und Mitstudieren!

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