HKX vs. DB

Als Mehrmals-im-Jahr-Reisende habe ich mir inzwischen einige Spleens während des Unterwegs-Seins angewöhnt. Natürlich gehört dazu auch das Einchecken bei Foursquare…oder das Beobachten anderer Reisender. Die Leberwurstbrot-Orgien zwei Sitzreihen von mir entfernt werde ich einfach nie verstehen und genau so wenig das Stau-und-Genervt-Sein-Phänomen von Zugestiegendn, meist nach Großstadt-Bahnhöfen, oder aber auch das sofortige Aufspringen, wenn am Flughafen-Gate zum Boarding aufgerufen wird.

Aber natürlich stehe ich nicht über den Dingen…

…natürlich rege auch ich mich auf, wenn die Bahn zu spät kommt und ich werde trotzdem nicht aufhören, mit ihr durch die Republik zu juckeln, mangels wirklicher Alternativen (auf Schienen). Mitfahrgelegenheit fand ich mal ganz okay, aber die 5 Stunden Zugfahrt in die Weihnachtsferien (nur so als Beispiel), auf denen ich mir dann doch mal eine Reservierung leiste, sind mir heilige Me-Time-Stunden vor dem Familien-Halli-Galli und den Fragemarathons, wie es denn nun mal mit Nachwuchs, Hochzeit und und und aussieht – darum möchte ich mich nicht Gesprächen auf der Rückbank irgendeines Autos auf irgendeiner Autobahn mit zahllosen Zigarettenpausen antun müssen. Fliegen macht innerhalb Deutschlands in meinen Augen nur bedingt Sinn – beruflich finde ich es, je nach Strecke, mal okay – privat finde ich es noch anstrengender als eine verspätete, mit falscher Wagenreihung und fehlenden Wagen einfahrende Bahn. Ein eigenes Auto habe ich nicht, ein Auto mieten finde ich Kosten-Effizienz mäßig ebenfalls nicht sinnvoll. Blieben noch Fernbusse oder eben Fernzüge.

Gut also, dass es inzwischen endlich eine – wie mir scheint auch gute – Alternative zur Deutschen Bahn gibt: der HKX. Zumindest auf dem Streckenabschnitt zwischen Hamburg (daher das H) und Köln (daher das K) – das X steht für Express. Es handelt sich also um einen flotten Zug zwischen den beiden Metropolen, der außerdem noch Halt in Münster, Osnabrück und einigen anderen Orten auf diesem Weg macht. Alle, die also irgendwie zwischen diesen Städten reisen, kommt der HKX sehr gelegen. Wann genau er fährt und was er kostet findet man online unter hkx.de – früh buchen lohnt sich, denn es werden – anders als bei der DB – zum Beispiel keine „Stehplätze“ verkauft. Man wird also aller Voraussicht nach NICHT in einem überfüllten Zug Arsch an Arsch gequetscht stehen. Wenn er ausgebucht ist, ist er ausgebucht. Die Sitze sind recht komfortabel, das Personal unfassbar freundlich und gut gelaunt (aber nicht so aufgesetzt freundlich, sondern situativ bedingt auch zu einem Scherz aufgelegt) und die anderen Reisenden irgendwie viel weniger gestresst, als Deutsche Bahn Reisende.

Natürlich ist es total einfach die Deutsche Bahn zu dissen. Ja DB-Bashing ist fast schon schick und gehört dazu. Schimpft man nicht aufs schlechte Wetter, schimpft man halt auf „die Bahn“ und gemeint sind alle Züge der Deutschen Bahn. Sie hat sich selbst eine Arschkarten-Flatrate erarbeitet und die Service-Offensive mit multilingualen Durchsagen, Bahncard-Punkte-Prämien oder dem Nikolaus-Flashmob am Frankfurter Hauptbahnhof fruchtet nur langsam.

Fairerweise muss ich dazu sagen, ich bin schon hunderte Male mit der Deutschen Bahn gefahren, habe auch so eine Bahncard (früher, als Student konnte ich mir sogar eine 50er leisten), sammle fleißig Punkte, die ich alle paar Jahre sogar einlöse; mit dem HKX bin ich erst zwei Mal gefahren (also hin nach Kölle und zurück in die Hansestadt). Was sagt das also wirklich über die Qualität des HKX aus? Von anderen hörte ich, dass nicht jeder HKX-Zug besonders sauber sei – aber schmuddelig sind leider auch viel zu oft die DB-Klos. Natürlich saß ich auch schon mal in einem Zug der DB, der pünktlich, sauber, angenehm nicht überfüllt war und zudem das Zugpersonal freundlich wie entspannt. Hat’s alles – so und anders – schon mal gegeben.

Und, wie ich eingangs schon beschrieb – ich habe einige Spleens. So hasse ich es, umzusteigen. Und deswegen wird der HKX nur bedingt eine wirkliche Alternative für meine Heimatfahrten sein – denn am wuseligen Kölner Hauptbahnhof will ich nicht umsteigen müssen, nur um mit einem Regionalexpress weiter zu fahren. Ergo: Es würde mich – und sicher auch zahlreiche andere Reisende – überaus freuen, wenn der HKX (oder andere Anbieter) das Schienenverkehr-Monopol der Deutschen Bahn auf sämtlichen Strecken durch Deutschland endlich aufbrechen würde.

HKX

Es gibt noch Platz für DB-Alternativen.

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