Pssst…jetzt wirds musikalisch

Eins vorab: Nachdem ich im zarten Alter von nur 6 Jahren das Blockflöten-Spiel erlernte, mit 7 einhalb auch das Xylophon beherrschte, ab 14 in Klaviertasten haute und während meines Auslandsjahrs in den USA erfuhr, dass ich definitiv keine Sopranistin sei, deshalb zu Alt switchte und sogar in der 12. Klasse (oder war es die 13.?) sogar einen Schulsong aufnahm, wusste ich: Aus mir wird später KEIN Rockstar!

ABER:
Heute organisiere ich dafür Wohnzimmerkonzerte mit Musikern, die es wirklich und wahrhaftig drauf haben und für Musikliebhaber, die Konzerte der besonderen Art wertschätzen. In diesem Jahr hat es nämlich die internationale Musikbewegung Sofarsounds auch endlich nach Hamburg geschafft. Ich gehöre tatsächlich zu der Handvoll Leute, die sich freiwillig und gleich mehrfach im Jahr daran macht, schnuckelige geheime Konzerte in heimischen Räumlichkeiten auf die Beine zu stellen.

Das Besondere bei Sofar (kurz für: songs from a room) ist nicht nur die Nähe zwischen Musiker und Publikum – manchmal nicht mal ein halber Meter, nicht nur das akkustik-oder-mal-etwas-kleiner-performen-als sonst-Experiment oder das DIY-Ambiente. Nein, ganz besonders ist außerdem, dass die Künstler für umme spielen, für umme genial super toll bezaubern, für umme Spaß haben, für umme andere für ihre Musik, ihre Kunst, ihre Geschichten begeistern. Die Leute, die sie begeistern sind so bunt, so unscheinbar, so laut, so leise, so introvertiert, so extrovertiert, so kreativ wie beamtisch, so sportlich wie lethargisch, so genügsam wie arrogant. In dem Moment, in dem sie ein fremdes Wohnzimmer besuchen, ihren Mantel ablegen und ihr mitgebrachtes Bier öffnen, um der ihnen teilweise unbekannten Musik zu lauschen, sind sie vor allem alle: Musikliebhaber!

Und auch wenn man kein Fan dieser oder jener Band ist oder wird, nur weil sie bei Sofar auftritt, das Aha und Oho, das Verzaubert-Sein, die Dankbarkeit für einen erfrischenden Abend steht allen ins Gesicht geschrieben.

Mein Xylophon werde ich aber trotzdem nicht aus dem Keller holen (vielleicht aber endlich mal Gitarre spielen lernen).

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