Ohne Kaffee keine IFA

Was braucht eine IFA, um erfolgreich zu sein? Laut Medienberichten der letzten Tage: 4K Fernseher, Smartphone-esque Uhren und für den Haushalt natürlich energieeeffiziente, smarte Küchengroßgeräte. Aber HALT! Um die Beutelratten auch dieses Jahr wieder vollends glücklich zu machen, sie an den kleinen bis hallenfüllenden Ständen zu halten braucht ihr lieben Hersteller tatsächlich nur ein Gadget: Einen Kaffeevollautomaten! Tadaa!

Schon kommen die Besucher in Scharen und warten, warten, warten bis Kaffe aus Kapseln gepresst oder in über-designten Kaffeezubereitungs-total-Maschinen geflossen kommt. Hostessen drücken geduldig Knöpfe oder Touchdisplays, füllen Milchbehälter auf und werfen Kapseln, Plastikschatulen und Kaffeesatz in kleine unauffällig versteckte Eimerchen. Erklären müssen sie eigentlich nichts mehr. Sie könnten einem sogar leid tun, in ihren engen Kleidchen – wie sie von drängelnden Messebesuchern regelrecht überfallen werden, solchen die kein Gefühl für „viel zu nah dran“ haben. Aber letztlich ist es ihr Job, sie werden dafür bezahlt und machen das diese eine Woche lang. Auf der nächsten Messe schieben sie dann vielleicht Staubsauger oder öffnen Autotüren.

Den Herstellern kann die wachsende Beliebtheit der Kaffeevollautomaten nur Recht sein. Denn dank des kostenlosen Heißgetränke-Verköstigungs-Erlebnisses auf ihrem Stand locken sie die Besucher zum Verweilen. Und genau darauf kommt es doch an – nicht nur auf die reine Besucherzahlen – sondern die jeweilige Verweildauer. Nach eigener vor-Ort-Beobachtung auf der IFA 2013 in Berlin, weiß ich: das gelingt heutzutage nicht mehr nur den „klassischen“ Haushaltsgeräte-Herstellern. So können Messebesucher beim Fernsehgucken und Videospiele-Test ihren gierigen Koffeein-Durst wahlweise mit Latte Muchacho, Cappucino, Caffe Crema, „Expresso“ (sorry, der kleine schwarze Wachmacher heißt tatsächlich E S P R E S S O) und so weiter und so weiter stillen – for free…oder sozusagen im Preis der Tageskarte enthalten.

Teuren Kaffee muss man an den Fressbuden und Kiosken auf dem gesamten Messegelände nicht mehr kaufen. Was die Kioskbetreiber dazu sagen wäre sicher interessant, aber so lange sie fettige Fritten und trockene Brötchen zu Flughafenpreisen verkaufen profitieren auch sie wieder von der IFA.

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