Laufanalyse an Hamburgs Außenalster

professionell unterwegs - Zeichnung by Catie Hoffmann

professionell unterwegs – Zeichnung by Catie Hoffmann

Was tun, wenn laufend unterwegs?
Lesen ist gefährlich, essen nicht zu empfehlen und stricken wohl nur für bestimmte Tempogruppen empfehlenswert. Musik hören oder Hörspiele sind hingegen die wahrscheinlich beliebteste und antreibendste Nebenbei-Beschäftigung, wenn die Laufschuhe aktiviert werden. Da ich meine Playlists nur ab und an überarbeite, aber dann auch nicht immer das gleiche hören will, gebe ich den Lauten meiner Umwelt auch ab und an eine Chance. Ich höre, wenn von hinten ein schnellerer Läufer naht, ich bemerke die schnatternden Gänse an den Alsterwiesen und lausche der aufwachenden Stadt, wenn ich es tatsächlich mal vor 6 Uhr aus dem Bett geschafft habe. Natürlich kann man auch mit In-/On-Ear Beschallung den Blick auf die zahlreichen Laufstile entlang Hamburgs beliebtester Laufstrecke haften, aber dann entgeht einem vielleicht das ein oder andere weniger offensichtliche Merkmal, das einen Laufstil zum Unikat macht.

Hier nun meine bisherigen Lieblings-Laufstile vom Boulevard of Running, der Piazza de Run – Hamburgs Außenalster, rund 7,4km pures Entertainment:

1.) Der Abknicker (m/w)
Typ a) Von vorne wie von hinten entlockt mir der Abknicker ein Schmunzeln. Beide Hände sind statt aerodynamisch flach in Laufrichtung gerichtet jeweils nach Außen abgeknickt – wahlweise mit Handflächen nach oben oder nach unten. Beim Versuch diese Handhaltung beim Laufen zu imitieren, fing ich mir fast eine Ohrfeige von anderen Mitläufern an. Nicht zu empfehlen während der Alsterrunde-Rush Hour: wochentags ab 18 Uhr, wochenends eigentlich immer.

Typ b) Hat X-Beine, wodurch die unteren Extremitäten bei jedem Schritt optisch abgeknickt wirken.

2.) Der Flappser (m/w)
Flappende Laufschuhe sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter oder Kopfsteinflaster können selbst jeden konzentrierten Läufer aus dem Takt bringen. Vermutlich durch das Aufkommen zuerst mit der Ferse verursacht, ist der Flappser nicht zu überhören. Der vordere Teil des Laufschuhs fällt sodann flappsend, ähnlich dem Geräusch von Flip Flops, auf den Untergrund. Nicht alle Fersenläufer sind davon betroffen.

Laufstil2

Der Furzer – Zeichung by Catie Hoffmann

3.) Der Furzer (m/w – ja auch weiblich…)
Noch so ein Akkustik-Läufer, dessen Flatulenz, auch Leibwind genannt, bedauerlicherweise insbesondere dessen Open-Air-Mitmenschen beeinträchtigt, einen selbst jedoch vor allem vom Magen- bzw. Darmdruck erleichtert. Ursachen sind unterschiedlicher Natur und wurden bei der sponaten Stichprobe vergangenen Sonntag nicht untersucht.

4.) Der Aus-dem-Weg- Ich-bin-Profi-Hobbyläufer
Ausgestattet mit allem was piept und in sämtlichen on-/offline Laufläden als trendig angepriesen wird, ist der Aus-dem-Weg- Ich-bin-Profi-Hobbyläufer mit allem aber nicht seinem eigentlichen Laufen beschäftigt. Es wird sekündlich auf die GPS-Herzfrequenz-Geschwindigkeits-Messung geblickt und nicht auf den Gegen- oder Seitverkehr geachtet, der an der Außenalster nicht zu unterschätzen ist.

5.) Der Blablablubbertrupp (m/w)
Gruppen ab 3 Personen, oft im Gleichschritt unterwegs: manche profihaft mit einem optimalen Laufstil und dem richtigen Maß an Ausstattung, andere hingegen bodenständig mit eine Jogging(!)hose, einem Baumwoll-T-Shirt, und Turnschuhen gekleidet – und immer redend. Über Fussball, Frauen, Männer, Kochrezepte, Laufen, Wettkämpfe, Ergebnisse, Krankheiten, Verletzungen. Alle Themen sind erlaubt, nur von Kochrezepten würde ich als Gesprächsthema während des Laufens – gerade bei über 2-Stunden-Läufen – abraten, da sonst Appetit auftritt und der Körper einem Hunger suggeriert.

Neben diesen 5 Typen ließen sich noch die „Arm-Hänger“, die „Kopf-Hänger“, die „Gerader-bis-leicht-nach-hinten-getreckter-Rücken-Läufer“ und die „Ich-muss-wirklich-so-lange-Schritte-machen-Läufer“ ausmachen. Die Effektivität der jeweiligen Laufstile kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden. Wer sich nun fragt, was der perfekte Laufstil ist, wird auf sämtlichen Lauf-Websites und -Portalen und in der einschlägigen Laufliteratur zahlreiche Tipps finden und letztlich für sich das Optimum herausfinden müssen.

Also, Augen offen halten…
…vielleicht macht das Laufen dann noch mehr Spaß. Ansonsten Bass, wir brauchen Bass!!!

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