Bitte freimachen!

Es ist Sommer – kontinuierlich schon seit über drei Wochen Sommer. In Hamburg! Wir gewöhnen uns allmählich an die anhaltenden 30°C, die immer nassen T-Shirts und ans tägliche Beine-rasieren. Weil ohne is halt nicht.
Wir tragen möglichst wenig und davon viel, um wiederum möglichst wenig zu schwitzen oder zu kleben, wahlweise an teppichähnlichen Sitzen im Bus, auf Fahrradsatteln oder in der Warteschlange vor Hamburgs Eisdielen.

Jeden Sommer preisen Lifestylemagazine und Fashionblogs die Trends für hohe Temperaturen an und geben Tipps, wie man es bei Ü-30-Grad aushält. Und jedes Jahr stellt sich die Frage, ob man Flip Flops im Büro tragen darf oder mit welchen Sandalen man lieber nicht zum Businesstermin geht. Kurze Hosen an Männern? Tanktops bei Damen? Bikini, Monokini oder bloß verdeckt, weil der Winterspeck noch immer nicht abtrainiert ist? Und wie schafft man es bloß, nicht zu schwitzen?

Das Leben ist hart, verdammt hart, wenn es um Sommer geht. Und der Sommer selbst hat es nicht leicht. Es kommt vielen viel zu spät und anderen viel zu prompt. Den meisten ist er auf Dauer zu anstrengend und geht uns allen dann doch wieder viel zu schnell vorbei. Unser Wunsch am liebsten immer zu nackt herumlaufen zu können, wird nur zu Hause oder am FKK-Strand möglich – aber das ist auch nicht jedermanns und jederfraus Sache. Auch gut. Am Elbstrand beobachtet man dann aber doch entblößte Brüste und blasse Popos, wenn sich Menschen auf ihren 100×180 Strandhandtüchern eine kleine private Zone gelegt haben, auf der sie tun und lassen können, was und wie es ihnen gefällt.

Sie machen sich frei – von klebenden Kleidern aber auch von Konventionen. Nicht, um andere zu belästigen sondern nur der eigenen Erleichterung wegen. Das muss man nicht gut heißen, wenn man es selbst hochgeschlossen und zugeknöpft bevorzugt.

Was der Sommer auch auslöst: Langsamkeit. Bloß keine Bewegung zu viel oder zu schnell. Wer nicht groß verreist, oder trotzdem Ü-40-Wochenstunden arbeitet, lernt auch im Hamburger Sommer zu entschleunigen. Denn wer sich immerzu künstlich stresst, schwitzt mehr und genießt weniger. Es empfiehlt sich also, einen oder gleich zwei Gänge runterzuschalten und ein eisgekühltes Getränk griffbereit zu haben.

 

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