Pump it up! Teil I

 

Laufschuhe – addidas+brooks

Vor vielen vielen Jahren sagte ich einmal: „Ich werde nie einem Fitnessstudio beitreten“.

Und dann tat ich es doch.

Meine erste Studio-Mitgliedschaft unterschrieb ich 2007 bei Health City in Bonn. Später trainierte ich bei Fitness First Ladies in Frankfurt und bei Fitness First Lifestyle in Hamburg. Zwischendurch machte ich Probetrainings bei Mainhattan Sports, Pure Training (Frankfurt), einem Frankfurter Studio dessen Namen ich nicht mehr weiß, in der Kaifu Lodge in Hamburg und im On Stage Club, ebenfalls in Hamburg – immer auf der Suche nach dem optimalen Rund-Um-Fit-und-Sorglos-Paket. Doch nach 4 Jahren pumpen und seit über 1 Jahr heimisch-fühlen mit Onlysports stieg ich im Herbst 2011 bis auf Weiteres aus der Fitness Studio Szene aus (und blieb fortan bei Onlysports).

In diesen 4 Jahren bin ich tatsächlich fitter geworden. Und mit fit meine ich nicht rank und schlank, sondern körperlich-gesund und ausdauernd.

In diesem 4 Jahren bin ich außerdem auch einigen Typen begegnet, die man wirklich nur in Fitness Studios sieht. Erst wenn man sie dort erlebt hat, erkennt man sie auch in der Zivilbevölkerung.

Ob Klischee oder Karikatur – überall und immer wieder trifft man sie wieder. Schauen wir uns heute also mal vier ganz spezielle Beispiele der Fitness Studio Typologie an:

Der Pumper
…ist männlich, muskulös und sich seiner Muskularität bewusst. Er fühlt sich wie ein Adonis und trägt seine vermeintliche Männlichkeit zur Schau. Kleidung braucht er nicht viel, nur als spielerische Akzentuierung seiner glänzenden Muskelpartien. Glänzen sie, weil er schwitzt oder weil er sie vor Trainingsbeginn mit Öl eingerieben hat? Man weiß es nicht. Man sieht ihn glänzen, diesen Adonis der Neuzeit. Körperlich wie geistig unflexibel bewegt sich der Pumper breitbeinig, breitschultrig und breitatmend zwischen Freihanteln, Eiweiß-Shake-Bar und Spiegelwand. Immerzu glänzend. Nie sieht man ihn stretchen oder im Step-Aerobic Kurs. Jedoch kann man ihn immerzu gut hören, denn der Pumper stemmt unüberhörbar laut, fast brummend Hanteln, die er kurz darauf scheppernd zu Boden krachen lässt.

Die Stepperin
…ist quirlig, kennt keinen Ruhepuls. Sie wippt immerzu mit hüpfenden Pferdeschwanz. Ihr Outfit: Weiße Turnschuhe, natürlich Stulpen, ein String-Body über der Batik-Radlerhose. Ja, auch im 21.Jahrhundert und nicht nur in 80er Jahre Musikpop-Videos mit Kylie Minouge. Steht man hinter ihr in der zweiten Reihe, stolpert man nur ungeschickt über den Stepper vor lauter Unfähigkeit der Step-Schrittfolge „Drehung-Drehung-Grapevine-V-Step-Und-das-Ganze-Von-Links-Choreo“ zu folgen und vor lauter Ungläubigkeit, dass man DAS heute noch so trägt. Aber die Stepperin schwebt mühelos durch den Raum, sie lacht sogar. Laut, auffällig gut gelaunt. Ihr Zwerchfell macht wahrscheinlich auch Step-Aerobic. Für Fortgeschrittene versteht sich. Danach sind die Stepperin und ihr Zwerchfell so gut gelaunt und voller Energie, dass man es in der Sauna mit ihnen nicht aushält. Zu viel positive Energie.

Die Powerfrau
…auch wie die Stepperin voller Energie. Dabei unglaublich tough. Typ Condoleza Rice, Venus Williams, Robin Scherbatsky…Harte Schale – weicher Kern versteckt. Sie ist nicht unfreundlich, nur eben nicht in your face happy. Die Powerfrau macht ihr Ding: Zum Warm-Up aufs Laufband – ganz locker um die 8-10km/h (ganz locker), dann etwas Krafttraining und dann ins Box-Workout. Denn beruflich ist die Powerfrau Entscheiderin. Nicht lang fackeln, im entscheidenden Moment das richtige tun. POW! Zum Ausgleich sucht sie ihr Qui (=chin. für „Energie“, „Temperament“) nicht im Yoga sondern im Power-Workout. Denn ihr persönliche Fit-Formel lautet: Power+Power = Mehr Power! Nach dem Training gönnt sie sich ein Steak, medium. Powerplates hält sie übrigens für Quatsch!

Der Everybody’s-Darling-Trainer
…beginnt seine Trainingsstunde schon vor Betreten des Clubs. Kaum hat er seine hippe City-Vespa geparkt, grüßen ihn seine Kurs-Jünger überschwenglich. Ob männlich oder weiblich alle busseln ihn links und rechts und mittig. Der Everybody’s-Darling-Trainer ist allseits beliebt und für seine Trainings-Expertise geschätzt. Männer lieben ihn für seine Waden, Frauen lieben ihn für seine Haare. Sie sind nicht nur schön, sie sind sehr schön. So wie er. Und seine gute Laune motiviert. Sein Astralkörper kommt nicht von ungefähr und erzählt die Leidensgeschichte eines ehemals Dicken: „Sehr her, ich war auch mal wie ihr – aber jetzt bin ich quicklebendig und fit. Das schafft ihr auch! Noch vier, nooooch drei, noooch zwei, noooch zwei, nooooch zwei – uuuund ein letzter – uuuund Pause!“ Am Ende seiner Stunde liegen sie alle platt am Boden mit puterroten Grinsebacken, weil er es wieder geschafft hat, das Beste aus ihnen rauszuholen und sie einen Schritt näher an ihren Wunschkörper getriezt hat. Manchmal geht er mit der Runde noch einen Prosecco trinken. Hach – man muss ihn einfach lieben!

Dies sind wie gesagt nur vier Beispiele! Mit Laufkumpanin Janka werde ich mich demnächst noch über „Der Spinner“ unterhalten und zu Forschungszwecken wohl selbst auch in die Pedale treten. Denn nach über einem Jahr Fitness Studio Abstinenz habe ich für kurze Zeit den Weg zurück in die „heiligen Hallen“ der Trimm-Dich-Kultur gefunden (im überschicken Holmes Place), um neben dem ultimativen Trainingserlebnis mit Onlysports wieder in Form zu kommen.

Ob ich zum Pumper, zu Stepperin oder zur Powerfrau mutiere, wage ich zu bezweifeln. Denn meine Laufschuhe und ich sind so was von BFFs (best friends forever)!

Mögen die Laufevents 2013 kommen – I’m ready!

Pumped up @ Haspa Marathon 2012: Startläuferin beim Staffelmarathon

Men’s Health Urbanathlon 2012: Das Ziel vor Augen

 

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