hääääpi böööörsdei tuuuu …

Man wird geboren am Tag x und darf fortan jedes Jahr am gleichen Tag x ein Jahr des Älter-Werdens feiern. Bis man stirbt, an Tag y…meistens ist es wohl nicht auch zufällig Tag x.

Ich kenne unheimlich viele Menschen, die sich auf ihren Tag x – dem Geburtstag – freuen! Die planen schon während der Feierlichkeiten den nächsten Geburtstag, machen sich gedanklich Notizen, wer nicht mehr eingeladen wird und was es beim nächsten Mal besser doch zu Essen gibt. Kleiner Tipp: Keine Experimente – Kartoffelsalat, Bier und Muffins gehen immer.

Ich kenne auch einige Menschen, die ihren persönlichen Tag x gern verweigern – es sind jedoch weniger als die Geburtstagsvergötterer. Die wollen keinen Hehl daraus machen, dass sie älter werden…reifer, (un)ansehnlicher, erwachsener…vernünftiger…älter. Sie wollen nicht extra Leute einladen, eine große Sause schmeißen und danach die Wohnung komplett sanieren müssen.

Man steht ja ein bißchen im Mittelpunkt – das mag man oder das mag man nicht. Wenn es sich um etwas Schönes handelt, und das assoziieren die meisten Menschen ja mit Geburtstag, dann ist im Mittelpunkt zu stehen, nichts Schlimmes. Die Mitmenschen sind freundlich zu einem, grüßen (noch) herzlicher als sonst, nehmen Rücksicht, wenn sie wisen, dass man Geburtstag hat. Sie beschenken einen. Sie besingen einen. Sie denken an einen. Entweder, weil sie sich das Geburtstadatum einfach gemerkt haben, oder, weil es ihnen jemand verraten hat, oder weil sie eine Geburtstagserinnerung im Handy, im Facebook-News Feed oder irgndeinem anderen (a)sozialen Netzwerk bekommen haben, sofern man sein Geburtsdatum dort eingetragen hat.

Wenn aber keiner weiß, dass man Geburtstag hat, dann ändert auch keiner sein Verhalten gegenüber dem Geburtstagshabenden. Das ist dann authentisch – bloß nicht zu viel Heititei, dafür bodenständiges, ungekünsteltes Miteinander.

Das mag man aber traurig finden, wenn man zu den Geburtstagsvergötterern gehört. Es wäre dann ja ein Tag wieder jeder andere…Montag, Dienstag oder Mittwoch, Donnerstag. Aber eben nie „mein Geburtstag“.

Gegenargumente: Die Arbeit muss ja trotzdem gemacht werden. Die Erde dreht sich regulär weiter und die Uhren bleiben nicht alle stehen, weil es Tag x ist und sich alles nur ums Geburtstagskind dreht. Man hat so seine Gründe.

Ich frage mich gerade, ob es Teil des Erwachsen-Werdens ist, wenn man Geburtstag per se irgendwann einfach für irrelevant hält.

Warum mich das Thema so beschäftigt? Seit einigen Jahren tendiere ich dazu, mir immer weniger etwas aus meinem eigenen Geburtstag zu machen. Er steht auch nicht bei Facebook und Einladungen zum Birthday-Calendar klicke ich genervt weg…

Meine Abneigung liegt nicht etwa daran, dass ich in Kindertagen nie das bekommen habe, was ich wollte (im Gegenteil) oder, dass mein Tag x der 29. Februar ist…es ist tatsächlich schlicht und einfach mühsam neben dem Job noch eine Party zu planen und zu überlegen, was ich mir wünsche. Wenn ich sage, ich wünsche mir nichts, hält sich freilich keiner dran…so auch dieses Jahr, als ich sehr spontan und kurzfristig und dann auch noch an einem Wochentag einlud.

ABER: Es war ein unerwartet charmanter Abend. Wahrscheinlich liegt es an solchen Tagen x, dass ich noch nicht ganz darauf verzichten mag. Sinnlos betrinken und feiern tun (wir) Grossstädter ja eh jedes Wochenende😉

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bester Burzeltagkuchen wo gibt

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