The Open: 15.1 is done.

3 Mär 1484676_10205158450193653_7467753616983754716_n

My 1 year anniversary of CrossFit is only a few days away. Let me say this: it’s been a crazy first year of beast mode and frustration, PRs and rest days, and about 100-150 WODs. While this may not seem a lot to full-time CrossFitters, I still made good progress with (only) two sessions per week in all this time. After all I now know there are scarier things out there (in CrossFit universe) than burpees.

And even more so, I made some really good friends that got me into signing up for a team challenge a while ago and now even The Open: a series of workouts over the course of five weeks that people all over the world can complete. The best of the best are competing round for round to qualify for regional competitions and eventually the Games. Others – the majority – are not necessarily competing, but participating to see how far they’ve come. I’m one of them. And I’m also doing it for banana bread…yummy banana bread, and even vegan. Need I say more? I’ll let you know after the open how much banana bread it was that I’ve eaten.

Let the Open begin
My box (CrossFit Sankt Pauli) threw a “The Open Party – 15.1″ at our newest location (CrossFit Sankt Pauli, Ottensen). Everyone was invited to come for support or bring some cake (for support). Every athlete who signed-up for the Open had the chance to complete the workout in heats of 3-4 people:

10818336_10205158525395533_8852336965173745606_oWorkout 15.1: 9-minute AMRAP: 15 toes-to-bars, 10 deadlifts, 5 snatches (RX: M 115 lb. /  F 75 lb. || Scaled: 15 hang – knee-ups, M 85 lb./F 55 lb.)
&
Workout 15.1a: 1-rep-max clean and jerk - 6-minute time cap

Going into the workouts I wasn’t sure what was possible, how many rounds I could do and what my C&J would be. I guess I was just glad the first workouts didn’t include any kind of gymnastics – that would have been a less beastmode-esque start into The Open for me. While I was pretty content with my 15.1 result of 187 reps, 15.1a turned out to be less successful. But I keep telling myself that not knowing my PR for I haven’t trained for a maximum C&J weight yet, should make me relax. Comparing myself to the RX level athletes around me will only make me feel weaker than I am.

Since I had to drop the 40kg bar before locking my shoulders, 35kg became the new PR that I could build up to.

And that’s exactly what I did yesterday. I didn’t attempt for an overall better 15.1 result to submit online and score a better ranking in The Open. My muscles were still sore from Saturday and a deeply missed bootcamp training session on Sunday. So this time I really wanted to take things more relaxed. At the same time, I also wanted to give those 40kg another try without a big crowd and time pressure. Just like you should get back on to your feet if you tripped.

10382433_10205153528870623_5618198414920039071_oThis time I took smaller steps – after 35kg I tried 38kg before loading the bar with two more kilos. I allowed myself more time to breathe and focus on the technique. And voila: within only 2 days I improved my clean and jerk PR by 5kg.

While sometimes you succeed, sometimes you’ll be disappointed. It’s up to you to get out of that hole and work on having more successful days. While this may not be big news, a sport like CrossFit is a great way to make you appreciate the possibilities given to you and let you carry this mental strength into other environments like your job or relationship. All you need to do is be open to becoming a better you – and then treat yourself to some delicious banana bread. That said: Well done to everyone who’s completed 15.1. Are you curious for what’s next? I am!

All photos in this post were taken by Sina, aka Tiger Lilly. Thank you! 

Verbale Übergriffigkeit

26 Feb P1030183

Ein Wort, ein Satz zu viel – und die Stimmung kippt. Schon mal erlebt?
„Stopp, das ging zu weit!“, möchte man manchmal sagen, wenn andere mit einer scheinbar nichtigen Aussage eine Grenze überschritten haben.

Erst vor kurzem überschritt ich eine Grenze und merkte im Moment als es passierte, wie unfassbar uncool es war, den Taxifahrer mit einem lauten „MAAAN“ anzufahren, weil er Gas gegeben hatte, als meine Kollegin noch zu Dreivierteln auf der Straße stand. Beides war natürlich völlig unnötig – ich war über beides auch ziemlich erschrocken. Nun kann ich die Situation nicht rückgängig machen und mich auch nur entschuldigen, was der Taxifahrer und ich gleichermaßen prompt taten. Gleichzeitig versuchte sich der Fahrer zu erklären, er habe die Situation ja unter Kontrolle gehabt. Gleichzeitig redete ich mir ein, dass „MAAAN“ immer noch besser war, als eine Hasstirade über vollidiotische, asoziale Taxifahrer. Einatmen – ausatmen. Weiter machen.

Mein Repertoire an charmanten Redewendungen für eine solche Situation befand sich in diesem Moment aber offenbar mitsamt Kreativfeuerwerk, was manchmal gezündet wird, irgendwo anders – war einfach nicht abrufbar. (Dabei heißt es doch, Asiaten würden selbst in haarigen Momenten nie das Gesicht verlieren.) Und ich beließ es beim Austausch von Entschuldigen, beim Gesagten und Geschehenen. Wie gesagt: Einatmen – ausatmen. Weiter machen.

In anderen Situationen hingegen bewahre ich derart die Contenance, dass es mich manchmal selbst überrascht.
Zum Beispiel beim Thema Ernährung, das seit meiner Umstellung auf vegane Kost immer öfter diskutiert wird. Gar nicht, weil ich es selbst anspreche. Wohl eher, weil jeder etwas zum Thema „Essen“ sagen kann und in geselligen Runden der Nahrungsaufnahme besonders beliebt ist. Ob man nun begabter oder hoffnungsloser Hobbykoch ist, Restauranttipps teilt, von Diäterfahrungen erzählt, Allergien hat oder Food-Trends ausprobiert.

Allergien hab ich selbst glücklicherweise so gut wie keine (einzige Ausnahme: Kiwis. Will man mich also zum Schweigen bringen, so gebe man mir ein Löffelchen dieser vitaminreichen Frucht). Und doch reagiere ich allergisch, wenn ich (mal wieder) diesen einen, scheinbar nichtigen Satz „Vegan, das ist ja nur ein Trend“ höre. Auch ohne den Zusatz „Vegan“ finde ich vieles an dieser Aussage verkehrt und übergriffig – im Hals verspüre ich dann ein fieses Kratzen und meine Augen beginnen zu rollen, auch meine Atmung stockt für einen Moment. Denn ein Trend ist meiner Meinung nach an sich nichts Verkehrtes und auch nicht, das Ausprobieren von Trends.

Es mag viele, ja sehr viele Menschen geben, die ständig von Trend zu Trend leben, an nichts hängen bleiben. Man soll sie genau das tun lassen. Sie sind doch deswegen keine schlechten Menschen. Ob diese Sprunghaftigkeit auch im beruflichen, zwischenmenschlichen Zusammenhang besteht, lässt sich nur küchenpsychologisch – also rudimentär, kaum stichfest sagen. Man sollte es wohl am besten gar nicht erst versuchen. Will ich damit sagen, dass diejenigen, die genau dieses „Trend-Gerenne“ abtun, schlechte Menschen sind? Sicherlich nicht! Die Traditionalisten halten eben an Beständigkeit fest, sind weniger neugierig oder geben nicht gern zu, dass sie schon mal einen Trend ausprobieren. Auch das verurteile ich nicht.

Was mir aber doch Übelkeit bereitet, wovon mir wirklich schlecht wird sind scheinbar nichtige Aussagen von denjenigen Personen, die ihren Standpunkt – ihre Ernährungsform – für vollkommen und absolut halten.

Den wenigsten mag das bewusst sein.
Genau das versuche ich mir immer auch vor Augen zu führen – was möglicherweise auch der Grund für das Contenance-Bewahren ist. Absicht und vor allem beabsichtigte Boshaftigkeit stecken selten in Aussagen wie „Das ist nur ein Trend“ – oder plötzlichem Losfahren bei offener Wagentür. Das Ruhebewahren in der einen Situation ist gelernt, die noch dazu nicht den Anschein erweckt, Menschen in Lebensgefahr zu bringen, weshalb mir hier bisher noch kein lautes „MAAAN“ entfahren ist.

Und doch: manchmal würd ich gern auf den Tisch hauen – ich gestehe.
Nur dann würde ich ja wohl übergriffig werden. Nur warum? Weil noch einige weitere unterschwellige, negative Botschaften mitgesendet werden mit denen ich mich als Angesprochene nun so gar nicht identifizieren kann, wie etwa: “Das wirst du doch eh nicht lange durchstehen” oder “Trendbewusste Menschen sind oberflächlich”.

Ob bzw. wie lange ich durchhalte, wird die Zeit sagen. Eine Garantie kann selbst ich nicht geben – doch so lange ich mich wohl fühle und das ist seit fast vier Monaten der Fall – sehe ich keinen Grund plötzlich zum Butterbrot zu greifen. Was die Oberflächlichkeit betrifft…hebe ich mir eine Ausführung für eine weitere Feldstudie auf. ;)

Um mich innerlich (oder nachträglich) nicht aufregen zu müssen, und ein Gespräch nicht mit einem bloßen Satz für beendet zu erachten, wäre eine mögliche Reaktion auf jene Aussagen:

„Was genau meinst du damit?“
Selbstverständlich ganz charmant und cool!

In diesem Sinne: Fortsetzung folgt! Die gepflegte Konversation kann kommen!

Wie challenged bist Du?!

25 Jan P1030343

Wir haben es wohl Barney Stinson zu verdanken, dass Challenges (zu dt: “Herausforderungen”) salonfähig wurden. Ein popkulturelles Beispiel für die Amerikanisierung unseres deutschen Spießbürgertums… Diese Challenges haben bereits Einzug in den Mainstream erhalten, dank Heidis Nachwuchsmodel-Challenges, den regelmäßigen Mutproben von bzw. mit Joko und Klaas – nur um zwei gegenwärtige Exempel zu nennen. Nicht zu vergessen natürlich auch die Rolle sozialer Medien: per Facebook erfahre ich wöchentlich von neuen Herausforderungen – Pardon – Challenges. Ich frage mich gerade, was ich nur ohne machen würde. Nur faul auf dem Sofa sitzen oder wahlweise in meiner Hängematte lungern und mich durchs digitale Leben der anderen scrollen? Puh, Glück gehabt, dass ich im Internet Anregungen für mein Analogleben erhalte. Jetzt kann ich meinem Leben endlich mehr Flavor einhauchen, mich mit anderen messen und ich habe die Wahl zwischen Detox-, Plank-, Burpee-, Squat-, Plank Fortgeschrittenen Level-, Green Smoothie-….und vielen, vielen – sehr vielen anderen sinnvollen bis sinnbefreiten Challenges.

Mal wieder klingt das auch alles so herablassend von mir. Ich gebe mich regelrecht zu abgeklärt, zu cool dafür. Nach dem Motto “Challenge – das ist so 2009″. Aber wer meine vermerkten Events auf Facebook prüft, wird sehen: Oha, die Catie hat sich ja auch schon einiges im noch jungen Jahr vorgenommen. Stimmt. Manches ist für mich Inspiration, vieles Experiment – ich probiere gerne  neue Dinge aus und manchmal will ich auch einfach nur wissen, ob ich wirklich so gut in einer Sache bin, wie ich manchmal behaupte. Mal sehen also, wie weit ich beim Planken komme – dem “Halten im Unterarmstütz”. Die 14-tägige Detox-Challenge habe ich im Übrigen nicht geschafft, weil mir der Aufwand fürs fast tägliche Kochen zu aufwendig und die Anleitungen der täglichen Yoga-Übungen zu diffus waren. Zum Glück führe ich ein doch meist ausgewogenes und aktives Leben, dass ich mich wegen des Abbruchs nicht schlecht fühlen und mieses Karma befürchten müsste. Eine Anleitung für den Umgang mit Challenge-Abbruch sucht man auf Facebook eher vergeblich. (Ja dieser letzte Satz ist in der Tat mal wieder ordinär-arrogant).

Und ihr? Welche Challenges reizen euch – vielleicht sogar, weil ihr nichts von Neujahrsvorsätzen haltet? Neuer Job? Neue Stadt? Eine Reise in ein fernes Land – möglicherweise allein? Ja, es muss ja nicht immer etwas mit Sport, Bewegung  und Ernährung zu tun haben. Auch der Gang vor die Tür kann für manchen Menschen am Tag nach einer durchzechten Nacht zur Herausforderung werden.

Stichwort “Neujahrsvorsätze” – gibt es die denn noch? Bei einigen Leuten habe ich von Orientierung fürs neue Jahr gehört, andere nehmen sich nichts Spezielles ab dem 1. Januar vor, denn grundsätzlich könne man ja auch am 27. Oktober oder am 12. August oder an einem anderen beliebigeno Datum im Jahr sein neues Ich in Angriff nehmen. Kann man also behaupten, dass der Trend weg geht von Neujahrsvorsätzen und hin zu kurzweiligen Herausforderungen? Das würde zumindest erklären, dass Challenges (besonders) auf Facebook zur Zeit so durch die Decke gehen – und so viele Menschen ansprechen, die unterbewusst doch irgendwas anders oder besser machen wollen im neuen Jahr.

Wie auch immer die Gründe jedes Einzelnen sind, an Challenges teilzunehmen – eine Sache sollten wir in dieser schnelllebigen und immer schneller lebigen Zeit nicht außer Acht lassen: Achtsamkeit!

Klingt langweilig und spießig? Okay, dann tarnen wir sie eben, zum Beispiel als “30 Tage nichts tun….Challenge”. Die eigentliche Herausforderung besteht aber gar nicht in der coolen Namensfindung oder in der Bekanntmachung einer Challenge über Netzwerke – ihre Kurzweiligkeit sorgt für ein bißchen mehr Fun im Alltag, ein bißchen mehr Profilierung. Sich von Challenge zu Challenge zu hangeln, mag ein witziger Zeitvertreib sein, sich mal langfristig auf eine Sache einzulassen scheint jedoch in der heutigen Zeit kaum vorstellbar.

Etwas von einer Challenge in die nächste mitzunehmen, dadurch an Charakterstärke zu gewinnen, das mag den wenigsten als mögliches Ziel bewusst sein.

PS: Das Titelbild stammt im übrigen von einer meine bisher größten und tief im Herzen verankerten Herausforderungen – meiner 2-monatigen Reise durch Kolumbien. Die Flamingos habe ich ganz im Norden in La Guajira gesehen.

…weiter geht’s!

30 Dez IMG_20141020_181814

Auch wenn es noch gut 30 Stunden bis zum Jahreswechsel sind, erlaube ich mir zu sagen: 2014 war ein gutes, ein turbulentes, ein erkenntnisreiches Jahr!
Ich erspare euch meinen persönlichen Rückblick und eine Auflistung aller Menschen, die mir in den vergangenen fast 365 Tagen beigestanden haben – wobei ich gestehe…den Text habe ich im November schon angefangen zu schreiben – denn Jahresrückblicke, so liest man ja überall, interessieren keinen und können auch echt in die Hose gehen.

Stattdessen verabschiede ich mich mit einem meiner Lieblingsfotos von diesem Jahr. Das Motiv “SupaSupa” von Elmar Lause (Doormannsweg, Eimsbüttel) habe ich beim alltäglichen Radfahren durch Hamburg entdeckt, in einer Zeit, in der ich jedes mentale Chacka gebrauchen konnte.

Auf thefeldstudien wird es 2015 weiter gehen – denn auch wenn so mancher meiner Gedanken nur einen Bruchteil der Weltbevölkerung interessiert und mancher Text ein verbales Wagnis ist, so zählt doch in erster Linie, dass ich Spaß daran habe, zu beobachten und zu texten. Und ja, ehrlicherweise kann ich es nicht lassen und muss meinen Senf zu manchen Themen dazugeben.

In diesem Sinne: Lasst euch die Butter* nicht vom Brot nehmen! Rutscht gut und gesund ins sowie durch’s neue Jahr!

IMG_20141020_181814

*Als Neu-Veganer erlaube ich mir auch das ;)

Deutschland, du machst mir Angst!

17 Dez nopegida

Bald ist es ein Jahr her, dass ich meine Reise antrat in das ach so gefährliche Land namens Kolumbien. Ironischerweise – man erinnert sich vielleicht noch – wurde zu dieser Zeit in Hamburg eine zeitweilige Gefahrenzone eingerichtet. In Kolumbien habe ich hingegen nicht nur überlebt, sondern musste nicht mal einen einzigen Überfall verzeichnen. Nun will ich das Schicksal nicht herausfordern und morgen mit einem Ziegelstein vom Fahrrad geschmettert werden oder von einem krawallgebürsteten Jüngling mein Handy abgezockt bekommen. Was mir aber zur Zeit wirklich Angst bereitet ist eine Bewegung, die sich selbst für ach so unrassistisch, regelrecht friedlich gibt, aber in meinen Augen dafür sorgt, dass ich mich in Deutschland nicht mehr wohl fühle. Es ist an der Zeit, Tacheles zu reden.

Deutschland, du machst mir Angst!

In einer vorläufigen Version dieses Posts hatte ich mich meiner Wut über die Pegida-Bewegung und ihrer unterschwelligen, ausländerfeindlichen Botschaft freien Lauf gelassen. So reichte es mir nicht, sie einmal alle als dumm abzustempeln. “Sie” – die Nazis, die angeblich keine sind. Und auch jetzt fällt es mir schwer, sachlich zu bleiben. Was hilft, sind Beiträge von z.B. Sascha Lobo auf Spiegel.de, der mich dazu verleitete, meine vielleicht zu emotional dahin getippten Worte zu überdenken.

Es ist zu einfach, alle Pegida-Anhänger als dumm zu pauschalisieren. Es ist auch zu einfach, politische Momente im fast gleichen Atemzug zu nennen und zu versuchen, alles in einen Zusammenhang zu bringen. Denn, was ist mir der Kragen geplatzt, als es seitens der CSU hieß, Auläsnder sollen zu Hause (doch gefälligst) Deutsch sprechen. Nein, das wäre alles zu einfach…

Es ist EINFACH UNBEGREIFLICH, dass wir in diesem Land unseren Intellekt nicht dafür nutzen, einander zu verstehen. Den Ausländer, wie den Inländer – habe ich eigentlich schon mal gesagt, dass ich das Wort “Ausländer” echt hasse?! Ich hasse es. Aber nein…es geht ja nicht darum, sondern um die “Islamisierung”. Also um die Verbreitung des muslimischen Glaubens…könnte man denken, aber so ist es ja nicht. Geheimsprech. Synonym für “alles was aus dem Morgenland kommt – ob Mensch oder Glaube”. Ich glaube ich muss jetzt kotzen. Und während ich über der politischen Kloschüssel hänge, arbeitet mein Köpfchen weiter. Ich  habe den Eindruck, dass zur Zeit in den Pegida-Sphären zu wenig gedacht, aber zu viel gedichtet wird. Man reimt sich seine eigene tolerante Wahrheit zusammen, um bloß nicht mit den “echten Nazis”, den “wahren Rassisten” in einen Topf geworfen zu werden. Aber mit Verlaub…eine möglicherweise dumme Frage…wo ist denn der Unterschied, zwischen euch und den (Neo)Nazis? Beide Gruppierungen wollen das Deutsche Gut verteidigen und bloß nichts Fremdes, Ausländischen “rein lassen”. Würg. Ist das zu einfach zusammengefasst?

Heutzutage wird einem vieles einfach gemacht. Mit einem einfachen Klick kannst du zeigen, was dir gefällt, wen du gut findest. Du musst nicht viel nachdenken und schon gar nicht Argumente liefern.  Allein auf Facebook zählt die PEGIDA Community zu diesem Zeitpunkt 68.749 Follower (in Worten: achtundsechzigtausendsiebenhundertneunundvierzig). Das Positionspapier wurde seit dessen Veröffentlichung am 10.12.14 auf Facebook über 2.400 mal geteilt – zum Vergleich, oben genannter Beitrag von Sascha Lobo wurde auf der Spiegel Online Facebook-Seite (bisher) nur 269 geteilt. Punkt 18 und 19 lassen meinen Kragen erneut platzen – mir kommt es wieder hoch. Es heißt hier “PEGIDA ist gegen Radikalismus egal ob religiös oder politisch motiviert” und “PEGIDA ist gegen Hassprediger, egal welcher Religion zugehörig!”. Liebe PEGIDAs…ihr habt Angst vor der Islamisierung…das ist angekommen. Angst sells….deswegen wächst eure Community so schnell. Aber ihr predigt Widersprüche, ihr schürt Hass, ihr seid radikal…und – nun sage ich es doch – dumm. Eure pseudotoleranten Paragraphen zum Asylrecht könnt ihr euch sparen. Sie bringen nichts voran. Sie sorgen nicht dafür, dass Deutschland ein nachbarschaftliches Land bleibt, das z.B. aus Flüchtlingen Mitbürger macht, aus seiner Geschichte gelernt hat, das schöne Landschaften und eine beeindruckende Kulturgeschichte vorweisen kann.

Im Abendland geht die Sonne unter…Gute Nacht also Deutschland. Weck mich, wenn du wieder klar kommst und Toleranz und Integration keine Buzzwords mehr sind, sondern wahrhaft gelebt werden, wenn Menschen egal wie lang ihr Bart ist, egal zu welcher Uhrzeit ihre Gebete stattfinden, willkommen sind.

Es ist an der Zeit, dass #nopegida gehört wird, die geistigen Grenzen fallen (war nicht neulich dieses 25 Jahre Mauerfall-Happening…). Ein kleiner Hoffnungsschimmer, sind die lauter werdenden Gegenbewegungen, die sich im Netz vor allem unter dem Hashtag #nopegida finden lassen.

Und nochmal zurück zu Facebook: Ich würde mich ja als sehr aktiven User bezeichnen – und so habe ich heute natürlich auch gleich mal geschaut, wie vielen meiner Kontakte “PEGIDA” gefällt. Das Ergebnis ist ein kleiner Hoffnungsschimmer – oder eben Bestätigung, dass ich in meiner Freundeswahl zumindest den richtigen Riecher hatte.

Und nun habe ich mich doch einfach meinen Gedanken hingegeben. Verzeiht mir an der ein oder anderen Stelle zu viel Lyrik und zu wenig Fakt – zu viel radikalen Hate gegen den neuen Uberdeutschen. Es wäre aber auch zu einfach, die Klappe zu halten. Verdammt, Deutschland, du machst mir Angst.

 

Have a hammock, have it all!

7 Dez Eco Yucula Hostel, Santa Marta
2013-12-31 14.47.41

Musicoloy Hostel in Bogota

Yesterday was one of those photo marathon afternoons that could have lasted until this very moment. Stories of stories followed each photo that I showed from my trip to Colombia.

Today’s story is inspired by yesterday’s photo flashback for hammocks can be found basically anywhere in Colombia. Almost every chapter of my trip includes photos of hammocks: selfies in hammocks, ocean view from a hammock, eating fruit salad in a hammock… I learned how to sleep in a hammock, get in and out of one elegantly. How many hours did I spent in Colombian hammocks? I don’t know, I never counted the hours. Time generally didn’t matter, but I knew that some time in my life with the right place and space I would install a hammock in my home as well.

Hacienda de Venecia in Manizales (not my funny tan foot line)

Hacienda de Venecia in Manizales

For me personally the hammock is a perfect place to relax, to hang loose, to let go of things to worry about or exactly worry about them while having the hammock silently rock you to a place of total peace. Daydream in a hammock, power nap in one, read a book or listen to music – it all feels even better in a hammock than on a sofa. Maybe it’s because of the fabric, that becomes some kind of shelter, hugging you head to toe, and depending on its size and design, even covers you like a blanket.

Excursion – a little hammock history:
Any idea where and when hammocks were first found? According to my brief online research, hammocks are originally from Latin and Central America. About 1,000 years ago the Mayas supposedly were the first ones to harness a fishing net for sleeping purpose and tie it between two tree trunks high enough to protect fishermen from snakes for example. When Columbus discovered the Americas, he also discovered this thing called “hamaca” – Spanish for hammock. And when he returned to Europe, he taught about it here as well. Later in the 16th/17th century, sailors used canvas as sleeping hammocks on boats for they were convenient and space saving. For similar reasons, hammocks were even found in prisons in the 18th/19th century, but were soon removed as prisoners learned how to use the rings to hang a hammock as weapons against the prison guards.

Eco Yucula Hostel, Santa Marta

Eco Yucula Hostel, Santa Marta

Today, hammocks are found all over the world, in various designs and made from various fabrics . The most common and generally recommended one is cotton.

Camp in Tayrona Park, all hammocks come with a mosquito net

Camp in Tayrona Park, all hammocks come with a mosquito net

When my trip took me to La Guajira – a peninsula in northern Colombia I learned about the Wayúu community. These indigenous people are known for their colorful hammock knitting: Wayuu hammocks are very distinct and a traditional handicraft sold all over the country. Note that to the Wayúu people knitting is much more than a cultural activity and a legacy from their ancestors. It is a way to express feelings about their life concept by means of creativity, intelligence, and wisdom. You will mostly find motifs of geometrical figures. They represent the natural elements that surround Wayúu life.

Wayúu hammocks on La Guajira

Wayúu hammocks on La Guajira

What I liked most of the Wayúu hammocks were the long side flaps that could be used as a blanket. Waking up in a Wayúu hammock one morning with the ocean just a few steps away is another very strong memory from my trip to Colombia.

Good morning ocean, La Guajira

Good morning ocean, La Guajira

When it was time for me to pack up my stuff and return to Germany buying a hammock seemed just a stupid idea. I told myself that it would take up too much space in my backpack. And where would I hang it in my apartment (at that time I was living in a shared apartment and only had a small room) anyways? So I flew back home without a hammock but with so much awwww in my heart, and this idea…someday, somewhere, I’ll have a hammock in my home.

Hammock in my Hamburg home!

Hammock in my Hamburg home!

It’s December now. The pictures from my trip on my drive and in my head and heart are as vibrant as the moments were when they were taken. Maybe even more so, because I’m  typing these lines lying in my very own, very green-yellow-blue striped woven hammock, in my new home.

Brilliant ideas need to be brought to life!

 

Advent, Advent…

30 Nov IMG_0039
Jeden Tag 'nen Tee!

Jeden Tag ‘nen Tee!

…”früher war mehr Lametta” ist einer dieser Anti-Weihnachtsstimmungssätze, der seinen Ursprung bei Loriot hat. Ähnlich gut ist “Weihnachtsmarkt – das Wacken der Bürofachangestellten”, der seit einigen Tagen durch dieses Internet geistert. Herrlich. Für solche Sprüche könnte man Weihnachten doch glatt mögen.

Aber wer jetzt einen Anti-Post erwartet, triefend wie Butterplätzchenteig, Glühwein beschwipst und gegen all diese pseudoglückseligen und den Konsum befeuernden Engelchen, den muss ich leider enttäuschen.

IMG_0040

Selbstgebastelt!

Gleich drei Adventskalender haben dieses Jahr ganz unerwartet ihren Weg zu mir gefunden und werden mir die Weihnachtszeit versüßen. Jeden Morgen wird mir jedes Türchen ein kleines, noch recht müdes “Awww” entlocken.

Darauf freue ich mich!

 

Die ungeschminkte Wahrheit!

23 Nov Goodnight Make-Up.

Statt mir beim inzwischen traditionellen November-Beauty-Nachmittag mit meinen Sportsfreundinnen die Nägel lackieren oder den Nacken massieren zu lassen, entschied ich mich gestern für ein Make-Up. Ich ließ mich das erste Mal von einem Profi schminken! Und wer mich kennt, weiß, dass ich Natürlichkeit sehr schätze.

Me, ungeschminkt.

Me, ungeschminkt.

Aber, eins nach dem anderen:
In der Calla Beauty Lounge im Hamburger Stadtviertel St.Georg trafen wir uns fernab vom Training, gönnten uns verschiedenste Beauty-Anwendungen und tratschten bei Prosecco (mit Hibiskus…yummy) und Häppchen. Es gab reichlich News auszutauschen und all die Leckereien wegzuputzen – auch so hätten wir den Nachmittag wahrscheinlich gut rum bekommen. Als mich die Kosmetikerin schließlich zum Make-up aufrief, bat ich die Runde noch mal um Aufmerksamkeit, denn so würde ich gleich wohl nicht mehr aussehen. Ich hatte mich völlig ungeschminkt aus dem Haus begeben – also weder die kleinen Rötungen abgedeckt oder die Wimpern getuscht. Mein “Sonntags-Look” war mit mir schon am Samstag durch die halbe Stadt geradelt, durch ein bißchen Hamburger Schietwetter, vorbei an aufgehübschten Touristen und feschen Locals. Zu Hause hatte ich noch ein tapferes, ungeschminktes Selfie geschossen und mich dabei gefragt, warum wir  Menschen uns eigentlich schminken – manche mehr, als andere.

Ja so mancher Anlass lädt natürlich dazu ein, sich etwas fein zu machen, Falten zu überschminken und eine charmante Röte auf die Wangen zu pudern und mit Mascara einen verführerischen Augenaufschlag zu zaubern. Und im Alltag – wenn man “nur” ins Büro geht, den Müll rausträgt, den Hund Gassi führt oder beim Bäcker um die Ecke Sonntagsbrötchen holt…selbst zu diesen Anlässen helfen viele Menschen – Frauen wie Männer – mit Farbe und Cremes nach, um wacher, charmanter und vorteilhafter auszuschauen. An sich ja nicht verkehrt und historisch gewachsen. Tarnungen sind eben völlig normal in der Menschen- und Tierwelt – wie würden wir wohl ohne Make-Up Macht ausüben und uns von anderen unterscheiden?

Ich wurde in einen hell erleuchteten Raum geführt…
…und durfte auf einem hohen Hocker Platz nehmen. Links neben mir waren unzählige Tuben, Döschen, Pinsel, Stifte und Farben aufgestellt, rechts neben mir an der Wand lehnte ein gigantischer Spiegel, zu dem ich zwischendurch immer wieder rüber lukte, um das Make-Over step by step mitzuverfolgen. Hätte ich von jedem Step ein Foto gemacht, hätte die Anwendung statt sportlicher 25 Minuten wohl eher 50 Minuten gedauert. Es gibt also “nur” den Vorher-Nachher-Vergleich…

…und meine Erinnerung der Prozedur:
1.) Zuerst musterte die Kosmetikerin mein Gesicht, einmal mit offenen und einmal mit geschlossenen Augen. Sie fragte nach meinen Vorstellungen und ich sagte ihr, dass ich es gerne natürlich hätte. Also keine zu grellen Farben. Ich vertraute ihr einfach. Sie sagte auch, dass wenn es mir nicht gefallen würde, wir auch noch mal von vorn anfangen könnten.

2.) Dann cremte sie mein Gesicht mit einer neutralen Gesichtscreme ein und bemerkte dabei, dass ich trockene Haut hätte. Aha.

3.) Die erste Schicht und erste Farbe Make-up wurde aufgetragen. Dafür benetzte sie einen Spachtel mit etwas Farbe und nahm diese mit einem Pinsel auf, um sie in meinem Gesicht zu verteilen – etwas um die Augen, auf der Stirn. Die zweite Schicht Make-up eines etwas dunkleren Tons fand auf gleiche Weise seinen Weg vom Fläschen in mein Gesicht und wurde nach und nach mit dem helleren Make-Up eingeblendet und teilweise auch mit Fingerspitzen eingeklopft. Das sei präziser, sagte die Kosmetikerin.

4.) Es folgte Puder und hier habe ich leider nicht besonders gut aufgepasst. Ich weiß nämlich nicht mehr, ob es zwei, drei oder sogar vier verschiedene Farben waren, die auf meinen Wangen, Schläfen, meiner Stirn, etwas am Kinn und vielleicht auch auf der Nase verteilt wurden. Das hört sich alles wahnsinnig viel an – für mich zumindest – fühlte sich aber erstaunlich leicht an. Ich hatte eigentlich nicht das Gefühl, zugekleistert zu werden, was neben meinem Wunsch nach Natürlichkeit mein zweiter Wunsch war.

5.) Anschließend ging es an meine Augen. Etwas Kajal an den Lidrändern und hellen Lidschatten. Vom Lidrand zur Augenbraue wurde von dunkel nach hell eingeblendet zu einem dezenten Smokey-Eye. Danach wurden mir die Wimpern schwarz getuscht. Ordentlich, auch die Wimpern am unteren Lidrand.

6.) A propos Augenbrauen. Die wurden nicht ausgespart – im Gegenteil. Und die Kosmetikerin empfahl mir auch sonst meine Augenbrauen zu betonen. Soso. Scrollt man durch Beautyblogs und Instagram-Kanäle, schaut man auf die Looks der Runyway-Models um den Globus, dann weiß man: Augenbrauen sind nicht nur ein paar Haarkurven über den Augen – sie verstärken die Mimik. Und betonte Augenbrauen machen einen Look perfekt, geben dem Gesicht mehr Stärke und nehmen ihm vielleicht auch die Lieblichkeit. Und so strich die Kosmetikerin mit einem ganz feinen Pinsel braun-schwarze Farbe in die Brauen.

7.) Zu guter letzt sollten auch meine Lippen etwas Farbe abbekommen. Ein Lippenstift wäre wohl die einfachste Idee, um Lippen zu schminken. Aber dann holte die Kosmetikerin einen Konturenstift aus ihrer Zauberbox hervor. Einen Konturenstift! Damit soll Lippenstift länger halten und die Lippen definiert wie betont werden. Die Kosmetikerin hatte einen hellbraunen Ton gewählt und eine Linie entlang der Lippenränder gemalt, die Mundwinkel ausgespart und anschließend Lipgloss im gleichen Farbton aufgetragen.

8.) Mit einem strengen Blick prüfte sie dann ihr Gesamtkunstwerk und lies mich nun mein geschminktes Ich im Spiegel begutachten. Also drehte ich mich nach rechts und blickte in zwei sehr dicke dunkle Augenbrauen und einen Mund, der nach Permanent Make-up schrie.

9.) Ich fand zwar schnell Komplimente für den insgesamt natürlichen Look, aber auch klare Worte zum Konturenstift, der mir sodann per Wattestäbchen wieder entfernt wurde. Ganz so dunkel hatte ich meine Lippen nicht erwartet und fühlte mich mit dieser, wie ich fand, strengen Wirkung etwas unwohl.

10.) Ohne Konturenstift gefiel ich mir besser!

Der Profi-Look.

Der Profi-Look.

Als ich nach etwa 25 Minuten zur Gruppe zurück ging und sie mein Make-Over sah waren die Reaktionen durchweg positiv. Nun möchte ich natürlich keiner meiner Freundinnen Unehrlichkeit unterstellen – aber i.d.R. machen einem die Menschen eher ein Kompliment, wenn es um eine optische Veränderung geht. Wer will nicht gerne hören, dass die neue Frisur gut aussieht, auch wenn man sich selbst noch dran gewöhnen muss. So ähnlich ging es mir gestern mit Profi Make-Up auch.

Mein ungeschminktes Fazit:
Es war wie immer ein toller Tag mit meinen Freunden, die ich meistens nur in Sportfunktionskleidung treffe. Und ich bin ebenso froh, dass ich mich für das Make-Up entschieden habe, um – ganz Feldstudien mäßig – etwas Neues auszuprobieren. Die Situation war ungewohnt: nicht nur, weil mir jemand unheimlich nah kam und mein Gesicht zur Leinwand eines Künstlers wurde mit der Aufgabe, die natürliche Schönheit zu betonen, den Typen aber nicht zu verändern. Alles in allem, ein spannendes Experiment von Fremd- und Selbstwahrnehmung, dessen Ergebnis ich noch zu einem Essen ausführte, bei dem dann auch die männlichen Sportsfreunde dabei waren.

Goodnight Make-Up.

Goodnight, Make-Up.

Als ich zu Hause ankam, sah ich nochmal ganz genau hin und kam mir selbst im Spiegel so nah wie selten. Meine Wangen glitzerten und am Haaransatz waren Puderpartikel zu sehen, wie auch an den Nasenflügeln. Wo waren meine Sommersprossen? Dann griff ich zum Make-Up Entferner. Das Abschminken dauerte länger als gewöhnlich, wenn ich mein fünf-Minuten-Augenringe-weg-wache-Augen-und leichte-sunkissed-Wangen-Gesicht abends in Wattepads reibe. Meine Haut war wieder befreit von parfümierter Foundation und von Puder. Meine Brauen waren wieder sie selbst – schmal und unperfekt. Die Narbe unter der Unterlippe wieder sichtbar.

Amateurhaftes Make-Up...

Amateurhaftes Make-Up…

Vielleicht bin ich stur, aber so wie ich mich bisher “angemalt” habe, gefalle ich mir doch besser. Doch, den ein oder anderen Profi-Trick werde ich sicher beherzigen – also, gebt mir nen Anlass!

Throwback Thursday

13 Nov 1796414_279279235556474_811542707_n

I wonder when Throwboack Thursday became so popular and who made it a thing. Any idea? Was it a celebrity who wanted to show a little more realness by posting a filter-free childhood picture? Maybe. Either way, I like this social media movement, because sometimes I like to sit back and enjoy a little nostalgia.

The other day a friend of mine celebrated her birthday with friends from various stages of her life. Everyone got to share their favorite memory of their friendship. I loved every single story!

I think these memories and flashbacks make us realize how pretty cool our lives are, especially if we’re having a shitty day. My recipe for a bad, moody day is watching music videos from the 90’s that include massive dance choreographies – like Caught in the Act’s “Love is Everywhere” (and of course couching).

Now I could dig through my box of photos from the 80’s and 90’s, or sing a long some crappy pop songs from back in the days. But for my first Throwback Thursay story I decided to share a very recent one. The photo you see above was taken in February this year. I was staying in Santa Marta when I decided to get my Open Water and Advanced Open Water diving licences. It was a week packed with early waking up, driving to nearby Taganga, sqeezing into a damp wetsuit, bumby boat rides, saltwater, morning diving sessions, underwater discoveries and learning how to navigate, how to stay boyant, how to read my gauge, how to put on a circus show for the fish and crabs and all the creatures down there, when my instructor made me do sommersaults and swim through a loop – and even how to stay calm during a thrilling night dive. In the afternoons I would try to get some theory in my head with a beer or fresh fruit juice, or write postcards that I would send only a few days before returning home.

Santa Marta became my home away from home for much longer than I attempted to stay in any place. It also became the place that I returned to after my trip to Palomino, La Guajira, and Costeno Beach. It was the one place where saying goodbye made me realize that my trip would be over very soon. But with mental pictures and even actual pictures from this time I get to go back whenever I feel the need of my “sunny diving-paradise-home away from home”.

Frauen ab 30…

5 Nov Einhorn

…ich bin jetzt eine. Eine Frau ab 30. Seit einigen Monaten bin ich neues Clubmitglied. Aber was das bedeutet, dass es mir etwas bedeutet, wurde mir erst bewusst als mir bei einem Routine-Termin beim Frauenarzt die freundliche Arzthelferin eine “Untersuchung für Frauen ab 30″ empfahl. Ich gestehe, ich war etwas perplex. Das klang wie: So, jetzt mal zack zack, ist nicht mehr lang Zeit, bald ist der Zug abgefahren, husch, husch, Sie machen das jetzt auch mal, daran führt kein Weg vorbei, endlich sind Sie auch an der Reihe. Schweigen. Räuspern. Pokerface. Ich werde darüber nachdenken.

Aber was heißt es, eine Frau ab 30 zu sein? Wird man davor schon als “Frau” wahrgenommen oder geht man noch als Glitzer-Hipster-Fun-Happy-Party-Girl durch, das zufälligerweise schon arbeitet und relativ selbstständig ist? Ist frau aber 30 wird allerlei definiert. Es gibt Gesichtscreme für Frauen ab 30, Untersuchungen für Frauen ab 30, Frauen ab 30-Ratgeber – einfach mal “Frauen ab 30″ googlen, da wird Kopfschütteln zum horizontalen Headbanging. Nicht zu vergessen auch die sagenumwobenenen und geschmacklos grell beworbenen Ü30 Partys, wo man Männer ab 30 treffen kann…aber tatsächlich Männer über 50 trifft, die einfach mal wieder ne Jüngere knallen kennenlernen wollen, habe ich mir sagen lassen.

Als Frau ab 30 steht man in der Pflicht – gegenüber der Gesellschaft: Überall kann man lesen und sich informieren, dass man ja drei Jahrzehnte lang Zeit hatte, sich zu finden, unabhängig zu werden und Spaß zu haben. Man sei JETZT in einem Alter, in dem man WICHTIGE ENTSCHEIDUNGEN fällt. Häusle bauen, Babys machen, Karriereleiter klettern. Das sei wirtschaftlich und normativ. Man könne auch weiterhin ganz bezaubernd aussehen, sich adrett kleiden. Aber Vernunft hat vor Spaß eben Priorität. Frauen ab 30 trinken auch angemessener, sprich sie hängen nur noch einmal in der Woche total durch – von Sonntag bis Sonntag, eine der bisher qualvollsten Feldstudien.

Als Frau ab 30 steht man in der Pflicht – gegenüber der eigenen Familie: Seit einigen Jahren gibt es zwei Themen, bei denen wir uns partout uneinig sind. Denn meine Familie findet es immernoch schwer nachvollziehbar, dass ich kein Fleisch esse und verdeutlicht mehr und mehr, dass ich mich, also unsere Gene…nunja…vermehren sollte. Das sagen sie so plump nicht, aber die Häufigkeit mit der sich meine Großeltern nach meinem Liebesleben erkundigen – also genauer gesagt, ob ich einen Freund habe, weil sie sich nun mal Urenkel wünschen (ja, das sagen sie) – spricht Bände. Auch meine Mutter interessiert sich zunehmend für meine Herzensangelegenheiten, denn beruflich scheint es ja zu klappen (dass ich vor kurzem meinen Job verloren habe und bald wieder von vorne anfange, habe ich ihr noch nicht erzählt). Und wenn man sich bei den Familientreffen genug über das Wetter, Gesundheit, Reisen, Tatort, Kochrezepte, das Wetter, Theaterstücke, Nachbar X und Nachbar Y, das Wetter, das Wetter und vor allem das Wetter ausgetauscht hat, dann drehen sich nach und nach, ganz langsam und ganz gezielt alle Köpfe in meine Richtung…wie so Puppen in Horrorfilmen, die l a n g s a m  mit starrem Blick zum Stehen k o m m e n und dich a n g l o t z e n. Nur! Noch! Dich!!!

Genau für diese Situation bin ich nun gewappnet auch im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest, das wie alle Jahre wieder zur Herausforderung wird, weil ich ja als Vegetarierin “nichts Richtiges zu essen bekomme”, denken meine Verwandten. Jaja stimmt, ich bin ja auch nur – Achtung Ironie – Haut und Knochen (und Muckis), denke ich. Wie soll das also bloß dieses Jahr werden, wenn ich meiner Familie offenbare, dass ich a) immer noch Single, b) immer noch unschwanger und c) neuerdings auch noch vegan bin?

Hallo, wie bitte? Heißt es nicht, dass Frauen ab 30 nun endlich mal “have their shit together” sollten? Was fällt mir nur ein, plötzlich auch noch vegan zu sein? Das macht man doch als Teenager weil man irgendwelche gruseligen Schlachterfilme gesehen hat und gegen alles ist was einem die Eltern sagen und vorleben. Und warum sapperlot bin ich immer noch Single, wenn es doch Tinder, Finya, OkCupid, Shop a Man, Elitepartner, Friendscout und wie sie alle heißen gibt? DAS GEHT NUN WIRKLICH ZU WEIT, höre ich sie schon alle schimpfen und kichere laut in mich hinein. Nein, ein bauchmuskelstarkes muahahaha hallt schallend von Ottensen, durch Hamburg, hinaus durch die ganze Republik und über alle Grenzen bis zu den kleinen Männchen im All.

Mein veganer Schlachtplan: Neben Maronenbraten mit Preiselbeersoße kredenze ich meinen Großeltern, Eltern, Tanten und wer nun alles dieses Jahr an der weihnachtlich gedeckten Tafel sitzt eine Liste meiner Herzbuben, die ich beim tindern und digitalen dating so erspäht habe. Eine Vorselektion also, ganz Aschenputtel-esque: Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Da lässt sich doch sicher ein Prince Charming aka Mr. Right aka der Vater meiner Kinder aka Muttis Schwiegersohn finden. Meine Verwandten sollen somit sehen, dass ich ihre Sorgen und Wünsche berücksichtige, also nicht nur tatenlos zu Hause rumsitze und Serien schaue oder nur darauf warte, dass ein Prinz an meine Türe klopft, ein zauberhaftes Schühchen hinhält, ich mit meinem zarten Fuß (Größe 37/38) hineinschlüpfe und wir dann bis in alle Ewigkeit glücklich davon reiten, auf einem Einhorn versteht sich. Mit dieser Geste – des a) selber kochens und b) aktiv werdens, um den dauerhaften Singlestatus endlich in “it’s complicated” ändern zu können, kann ich meine Familie sicher zum Schweigen bringen und dieses Thema endlich ad acta legen.

Ich vermute ja, dass Oma & Co. ganz schnell verstummen werden und ihr sonst so verschmitztes Grinsen (von irgendwem muss ich das ja haben) klirrend erstarren wird. Ein himmelhochjauchzendes, doch wortloses Erstaunen wird ob des aromatischen, vollmundigen und festlichen Geschmacks meiner kulinarischen Überraschung in der Luft hängen. Um die Stille zu überbrücken werden sie alle laut schmatzen, verlegen mit dem Silberbesteck klappern und natürlich noch Nachschlag nehmen, nur um überhaupt etwas zu sagen. Denn an “Online Dating”…hatten sie…nun nicht gedacht, als sie sich meine Märchenhochzeit vorstellten. Das ist ja… wie…wie…nein…also wirklich, Kind….das hast Du doch nicht nötig, werden sie zaghaft vor sich hin murmeln.

Dieses Jahr läuft bei uns an Weihnachten “The Clash of Generations Part I”. Ja, dieses Internet ist für meine Familie irgendwie Neuland. Liebe dort zu finden, das können sie sich nicht vorstellen. Aber dass ich es ihretwillen dort versuche, das können oder wollen sie noch nicht verstehenSo haben wir das doch nicht gemeint, werden sie sagen. Ja, was denn nun, werde ich fragen. Ich bin nun mal ein Digital Native, das Bratenrezept habe ich auch aus dem Netz, höre ich mich dann sagen. An der Käsetheke werde ich bestimmt keinen kennen lernen – wo ich doch jetzt keinen Käse mehr esse, füge ich hinzu. Beim Sport und im Job gibt’s zwar reichlich Eyecandy, aber gucken reicht mir (“don’t fuck the company”, sage ich jetzt lieber nicht). Und überhaupt, auch wenn eure Ur-/Großeltern-Uhr tickt, meine Biologische tut’s noch nicht. Das wollt ihr vielleicht nicht hören, aber ich hab’s ehrlich gesagt nicht eilig mit Heirat und Kindern, auch wenn andere das machen und ich sehe, dass es ihnen damit sehr gut geht. Was ich meiner lieben Familie erstmal als Argument erspare, die theoretische Möglichkeit, meine Eizellen einfrieren zu lassen. Natürlich nicht sponsored by Arbeitgeber, sondern ganz unabhängig von irgendwelchen visionären Firmenbindungsmaßnahmen. Das ist dann vielleicht eher  etwas für Ostern. Vielleicht sind Oma & Co. dann für dieses Thema aufgeschlossener, wenn es eh um Auferstehung und so geht. So viel Sturm und Drang muss ich ihnen ja nicht auf einmal entgegnen. Aber es kann keiner behaupten, ich sei eine Frau ab 30 ohne Meinung, ohne Rücksicht, ohne Rückrat!

Für den Nachtisch muss ich mir noch etwas überlegen. Ein guter Schnaps zum Verdauen und vielleicht die sensationell leckeren veganen Brownies. Schokolade geht ja eigentlich immer und versöhnt. Dazu noch ein paar Geschichten aus Kolumbien, dann sind wieder alle froh, dass ich da bin, weil ich die Reise durch dieses ach so gefährliche Land überlebt habe.

Vielleicht wird meine Familie noch zwischendurch etwas von Teilnahme an der Gesellschaft erwähnen, dass ich mich (noch) mehr unters Volk mischen und meine Zeit nicht so viel vor dem Bildschirm verschwenden sollte…und abschließend bestimmt auch etwas zum Wetter. Möglicherweise haben sie in einem Punkt ja recht. Aber dass ich gar nicht (r)ausgehe, null Kultur interessiert bin und keine Ahnung habe, was da draußen so passiert – hallo Klimawandel – das können sie mir nicht vorhalten. Ich treffe Menschen, führe Gespräche, tausche Meinungen aus, mache mir Gedanken über das Leben, über diese Welt, über all diese seltsamen Menschen um mich herum.

Manchmal werfe ich eine Meinung auch über Board und überdenke sie. Ist das vielleicht der Grund? Denke ich zu viel nach?

Hier so ein Gedanke, dann haben wir diese Feldstudie auch fast geschafft: Frauen, die erst seit einigen Jahren zur Gruppe der Frauen ab 30 gehören haben es ja noch schwerer, denn sie gehören noch dazu der omnikritisierten Generation Y an. Das ist doppelt mies. Wirklich! Eigentlich haben wir “Frauen ab 30 der Generation Y” die totale Arschkarte gezogen. Ich sage das nicht, um rumzujammern, Frauenquote und so’n Shit my ass. Es liegt auf der Hand. Unsere narzisstische Unentschlossenheit und unser Hunger nach Unabhängigkeit werden uns noch zum Verhängnis! Doch ganz ehrlich: Warum sollte ich jetzt, wo ich 30 bin wissen wer ich bin, was ich schon so viel und doch manchmal noch ganz wenig kann und wohin ich will, wenn es doch so viele schöne Möglichkeiten gibt und ich mich ständig von hüpfenden Einhörnern, digitaler Bewunderung und so tollen Dingen wie Mädelsabend ablenken lassen kann? Und vor allem: Warum bin ich und wenn ja wie oft? (angelehnt an Precht’s “Wer bin ich und wenn ja wie viele?”)

Fest steht, dass nichts fest steht. Nur ich mit beiden Beinen auf dem Erdboden. BÄM!

Selbstbewusst, gesund, natürlich, ohne Botox. Die Gesellschaft und auch die liebe Familie wissen nicht alles über mich. Es reicht aber, dass ich weiß, dass ich in keine Schublade passe. Das mag floskelhaft klingen, aber versucht es ruhig einmal. Es fängt ja schon allein mit meiner ethnischen Herkunft an. Diese ganze Fragerei um Familienplanung prallt an mir ab – mein Schutzschild aus latent müdem Lächeln funktioniert inzwischen sehr gut. Das ganze mainstreamige Hipstergetue um den fettesten Style geht mir auf die Eierstöcke. Ja, vielleicht bin ich deswegen Single und unschwanger, weil ich zu vielen Dingen ganz klar Nein sage, mich nicht definieren, mich nicht einfrieren lasse und man(n) damit offenbar nicht klar kommt.

Als ich klein war, war die Sesamstraße ganz groß. Wisst ihr noch: “Der, die, das? Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm…”. Deswegen erlaube ich mir nun abschließend getreu dieser prägenden Erinnerung, getreu des Generation Y Stempels und getreu meiner Clubmitgliedschaft als bewusst lebende Frau ab 30 zwei Fragen und freue mich auf einen sachlichen, gern auch humorvollen Meinungsaustausch:
1.) Liebe Gesellschaft, liebe Familie: Hättet ihr lieber eine dumme Ja-Sagerin?
2.) Geht es Männern ab 30 eigentlich auch so?

 

 

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 970 Followern an

%d Bloggern gefällt das: