Helfen. Egal wie.

Einen Text schreiben, wenn der Kopf nicht frei ist und tausend Gedanken durch den Kopf schießen. Der Versuch das Erlebte zu rekonstruieren, und am Ende nur Fetzen übrig bleiben – und der Drang – wenigstens diese nicht zu vergessen, sie sich nicht zu schön zu erinnern.

Was ist passiert?

Ja, das ist eine gute Frage. Und jeder der dabei war, wird sicher eine andere Antwort haben – jede Perspektive ist anders. Bei mir fing es mit einem Geräusch an, denn ich war versunken in Reisebuchlektüre, gedanklich schon im sonnig farbenfrohen Kuba, körperlich aber noch im kalten Hamburg, auf einer kalten Holzbank an der Station Landungsbrücken sitzend, weil ich aufgrund eines abermals platten Fahrradreifens den Heimweg am Abend mit öffentlichen Verkehrsmitteln angetreten war.

Was für ein Geräusch?

Es fällt mir schwer, es zu beschreiben – es genau zu erinnern. Wie klingt es, wenn zwei Volltrunkene in dicken Jacken plötzlich auf die Gleise der Hochbahn fallen? Ein bißchen dumpf und laut und prägnant genug, mich aus der Lektüre zu reißen, gedanklich sofort auf Alarmglocken zu schalten, direkt zu wissen: Au backe, das hat sich nicht gut angehört, ohne dass es Schreie gab. Im gleichen Moment hörte ich noch leicht schmerzverzerrtes Ächzen, aber dann doch nicht viel mehr. Hanseatische Abgeklärtheit vielleicht.

Und dann?

Ich schaute auf. Ich sah in die Richtung, wo die beiden lagen. Ich sah umgehend auf die Anzeige, in wie vielen Minuten die Bahn kommen würde. Ich weiß nicht mehr, wie viele Minuten angezeigt waren – ich weiß nur, dass es 9 Minuten waren, als ich ankam und mich setzte. Lang konnte das nicht her gewesen sein. Es blieben sicher nur noch 5, maximal 6 Minuten. Ich stand auf – noch etwas gelähmt, vielleicht auch innerlich hoffend, dass die beiden sich eigenständig aufrappeln und auf den Bahnsteig klettern können würden. Konnten sie nicht. Taten sie nicht. Sie blieben liegen.

Teilnahmslos steckte ich das schlagartig zur Nebensache gewordene Buch in meine Tasche – ich ging hin. Und schaute mich um. Wer war da, wer noch helfen konnte. Ratlose Gesichter auf der anderen Seite – warum standen dort viel mehr Leute als hier, dachte ich. Vielleicht sah es nur so aus. Ich nahm wahr, wie jemand über die Notfall-Stele die Hochbahn informierte und war erleichtert – jemand hatte schnell geschaltet und das getan, was er in dem Moment tun konnte und für richtig hielt. Plötzlich stand da eine junge Frau vor mir mit Rastazöpfen – Typ Hippiemädchen: „Was machen wir jetzt? Wen kann man anrufen?“, fragte sie alle wenigen, die da waren. Alles was aus mir heraus kam, während ich die beiden auf den Gleisen liegen sah, mit offenen ratlosen, betrunkenen Augen und faltigen, aufgequollenen roten Alkoholiker-Backen: „Die Polizei?!“. Dann kniete ich mich an die Kante des Bahnsteigs und sprach die beiden an „Hey, könnt ihr mich hören, tut euch was weh?“.

Oder sagte ich es gar nicht?

Ich weiß nicht mehr genau, ob und was ich gesagt habe. Plötzlich kletterten einige Männer auf die Gleise und versuchten die erschlafften Körper, weil völlig zugedröhnt und in dicken, stinkenden Winterklamotten steckend, irgendwie zu bewegen. Beherztes Zupacken – egal wie, Hauptsache weg von den Gleisen. Erst half man dem einen, der etwas agiler wirkte, in die Senkrechte. Von oben zogen wir – ich glaube neben mir war das Hippiemädchen und noch ein Mann. Es war leichter als gedacht, doch der zweite lag noch unten und die Bahn musste doch gleich kommen. Und er – der noch unten lag – schaute nur ratlos in die Luft, mit einer blutigen Schürfwunde an der Stirn…ob er sich diese beim Sturz zugefügt hatte? Ich weiß es nicht – vermutlich. Das Blut war so hell, im Gegensatz zum Rest seines angestaubten Körpers.

Egal.

Egal wie sehr er vor Schmerz, oder Suff ächzte – ich wusste es nicht und werde es wohl nie wissen. Er ließ es über sich ergehen, wie ihm Fremde halfen, ihn zum Stehen brachten, ihn festhielten, damit er nicht umkippte. Wie sie ihn halb auf den Bahnsteig schoben – bäuchlings mit dem Oberkörper voraus, dann das rechte Bein hinterher, wie der restliche Körper hochzogen wurde, bis auch er schließlich komplett vom Gleis geräumt war. Die Helfer standen plötzlich auch alle oben und versuchten die beiden erst mal auf die Bänke zu setzen. Ob sie was brauchten, wurde gefragt.

Brauchten sie was?

Ratlose Blicke waren die Antwort. Sie hatten ja noch nicht mal um Hilfe gebeten. Sie hatten die ganze Zeit nicht einmal irgendwas gesagt, irgendwas gesprochen – mit uns oder untereinander. Einer deutete auf eine olle, schwarze Kappe, die am Boden lag – ich gab sie ihm. Jemand von der Hochbahn kam – sprach in ein Handy, suchte die Betrunkenen auf den Gleisen, die Helfer zeigten nur auf die beiden, wie sie inzwischen auf den Bänken saßen.

Und die Bahn?

Die war noch nicht da, würde sicher in jedem Moment kommen. Das Hippiemädchen telefonierte und der Hochbahnmensch fragte die beiden auch, ob sie Hilfe oder ärztliche Versorgung bräuchten? Ich zeigte ihm die verletzte Stirn des einen, der jetzt wieder die Kappe auf hatte. Die Betrunkenen sagten weder eindeutig ja, noch eindeutig nein, zuckten eher mit den Schultern und bewegten ihre Köpfe nach links, nach rechts. Also nein, interpretierte der Hochbahnmensch.

Langsam und vorsichtig fuhr die Bahn ein.

Was machen die anderen – Zeugen und Helfer? Wer steigt ein, wer bleibt? Muss man bleiben? Ratlosigkeit. Das Hippiemädchen sagte, die Polizei käme gleich – ich fragte, sie ob sie bliebe – sie sagte ja. Hätte sie gewollt, dass ich auch bleibe? Dass sonst noch jemand bleibt? Ich stieg etwas benommen in die volle Bahn, bildete mir ein, den Geruch der beiden Betrunkenen noch weiter zu riechen. Hätte ich bleiben sollen? Und ich fragte mich, ob ich auch nach ihnen roch – nach ihnen stank.

Und selbst wenn?

Einen Geruch kannst du wegwaschen und dir saubere Kleidung, aus deinem Schrank – in deiner Wohnung holen. Vermutlich haben die beiden, die da gestürzt waren, weder die Möglichkeit sich regelmäßig zu waschen, noch die Auswahl an sauberer Kleidung, geschweige denn einen Schrank oder ein Zu hause. Ich frage mich, ob sie sich selbst noch Tage danach an den Sturz erinnern werden – sicher werden sie weder das Hippiemädchen, noch die Helfermänner, noch mich wieder erkennen.

Würde ich sie wieder erkennen?

Gute Frage – selbst wenn….was dann?

In einem Moment – der wenige Minuten dauerte – allein das klingt für mich wie ein Widerspruch, denke ich doch oft, dass ein Moment nur ganz kurz sein kann und dann erlebst du einen, der sich wie Kaugummi zieht und den du in Gedanken rekonstruieren und mit Details wie die Bahnsteigs-Anzeige ausschmücken kannst…jedenfalls in einem Moment, da hilft man, ganz selbstverständlich. Im nächsten – der wirklich nur wimpernschlagkurz ist – gehst du weiter und machst nichts, weil du denkst, dass du nichts machen musst oder kannst. Wenn Betrunkene, die auf der Straße leben, eben auf der Straße leben.

Wichtig ist: hingehen und helfen ist in jedem Moment drin. Egal wie. Zupacken, Notruf anrufen. Egal wie.

 

 

Lieber  Herbst, du bist zu früh…

…und schon mit der Tür ins Haus gefallen, obwohl im Kalender noch ganz fett August steht, ein traditioneller Sommermonat auf der Nordhalbkugel. Du machst es dir ungebeten auf dem Sofa gemütlich, zuckst gleichgültig mit den Schultern und wunderst dich selbst, dass noch kein Weihnachtsgebäck in den Supermärkten zu finden ist. Dann wartest du eben, nicht wahr? Und blickst dabei deutungsschwanger auf mein Hüftgold, dass eigentlich noch im Wandlungsprozess zur Sommerfigur war…du meinst, jetzt bringt die Gymnastik auch nichts mehr, ich solle doch gleich wieder die kuscheligen Pullis anziehen.

Lieber Herbst, nichts für ungut, aber das geht eindeutig zu weit. Du gehst zu weit. Du bist zu früh. Und ich mag keine Zu-Früh-Kommer oder Frühstarter oder Drängler. Gilt für Partygäste, für Sportler, die den Startschuss nicht abwarten können, gilt auch für Sexpartner.

Warum hast du es dieses Jahr eigentlich so eilig? Siehst du denn nicht, dass wir hoffnungslos überfordert sind mit dem plötzlichen Herbstblues, obwohl noch überall Open Airs und Sommerkinos stattfinden?! Wir haben noch nicht genügend gegrillt, in Seen und im Meer geplantscht und Erdbeeren gepflückt, noch zu  wenige Sommer-Sundowner geschlürft und Eis gegessen. Ach, ich könnte immer so weiter jammern und dabei glatt vergessen, dass dein plötzliches Dasein, den Smalltalk vereinfacht und ich auch froh sein kann, dass ich mir jetzt auch keine Sorgen mehr um Sonnenbrand oder Mückenstiche machen muss.
Überlege es dir doch noch einmal, keiner wird dir böse sein, wenn du etwas später kommst. Ich jedenfalls hätte gern noch ein paar Wochen Sommer pur.

How to turn a marathon into a party

Bildschirmfoto 2016-04-15 um 10.56.49Running 42km sounds like a nightmare to you? You’d rather stay in bed all day long on and not get up at 6am – on a Sunday – just to run, right? And most definitely running is far from being a party. Making a comparison here would be an insult to anyone who stays up all night and day starting from Friday after work till Monday morning before work.

Also vice versa – a bunch of runners may want to distance themselves from the idea of going to a „P A R T Y“ in the context of running as they are very seriously chasing records and have trained very seriously for a race.

While I have nothing but respect for all professional athletes who have a running career and actually make a living from running, the majority of „us“ runners could probably relax a little more, put a smile or two on our faces and most importantly retract our elbows that keep others from overtaking or at distance. We don’t live in a time where we have to chase after animals anymore and prove to our family and community that we can take care of them with great running (hunting) skills.

Running is a lifestyle – for some it is to demonstrate a certain level of fitness and toughness, for others it is a way to become more fit. For me, running has become a way it to see life from different perspectives – running helps me think and sometimes not to think – most often to get some fresh oxygen into me head, get my body moving. Of course I could do all that and have the same effect on any given day, I don’t have to register for marathons. True.

The same accounts for listening to music actually: you could to that anywhere and anytime, all by yourself or just with your besties – then why do you go to a club, concert or festival? Because you enjoy the very special atmosphere of how your favorite music is played and because you get to be part of the performance. And this feeling is purely G R E A T.

Just like running is to me – especially in Hamburg. I’ve lived in this city for almost six years, I call it my (second) home. Home is where your heart is, where you don’t feel stressed, right? You can be and act the way you are, right? You can run around in the clothes you feel most comfortable in or just naked, don’t wear any make-up or a lot, eat on the sofa, or in bed, sing like no one’s listening although your neighbors probably do.

This is exactly what I’m feeling about tomorrow. Why stress out when it’s about enjoying who you are and having a good time. Just like my main goal for all of last year’s runs was to have fun, I want to have a hell lot of fun tomorrow, too. Crossing the finishing line and even getting close to a new PB would be great – I admit that. Compare it to seeing someone at a party/concert/festival and making a move of talking to him or her, exchanging phone numbers or just hitting it of right there, right then

Bildschirmfoto 2016-04-16 um 21.02.59I’ll let it all happen and I’ll party from head to toe by putting on a glitzy headpiece, lace up my dancing….uhm running shoes with silver wings. I cannot wait to feel the goose bumps with balloons flying up in the air and crossing the starting line, then trying to spot familiar faces along the
race, trying to high five as many kids as possible, waving to the samba bands who stand out there for hours to keep thousands of runners moving. It’s part of the performance. It’s my way of turning a marathon in to a party.

Hope to see you there. Cheers 😉

 

Why Brazil made me happy-sad

When people are asked about Brazil they think of soccer, sun, beaches – first and foremost Copacabana and Ipanema – Caipirinha, Havaianas, maybe even Capoeira. At the same time they also think of favelas, poverty, drug abuse, and street crime. It’s for a fact that Brazil has all of that – the things, places, and climate we dream of from the other side of the globe – but all the other ones, too that often make people avoid countries like Brazil or worry very much when you tell them you’re actually going to Brazil.

For all the good reasons and for my never ending wanderlust, my hunger for traveling and new, exotic adventures far far away, I made Brazil my next travel destination nonetheless.

So I packed my backpack (this time just 8,3kg), did some but very little preparatory reading on where to go and studied basic phrases, checked places to stay with my travelmate, booked a roundtrip and boarded an airplane after work on December 30th last year. I prepared mentally for a robbery and felt a major flashback to the time I visited Colombia (in 2014).

I imagined I would hand out my cash and my belongings should I be robbed, without hesitation. I would probably bite my tongue to not yell at the thief. I would try not to worry too much and move on for I wouldn’t be the first one to be robbed and I would probably be able to replace most things after all, if I thought I really had to. So many „ifs“ and „woulds“, right? Well.

Our trip started: we celebrated New Year’s Eve in São Paulo, we walked around the deserted city centre on New Year’s Day, took the nightbus to Foz do Iguaçu and visited the breathtaking Iguaçu Waterfalls on both the Brazilian and the Argentinian side (which got us an extra stamp in our passports), we flew to Rio de Janeiro where we sunbathed at Copacabana and Ipanema and watched the eager vendors selling anything from refreshements and grilled shrimps to swimwear, handmade jewellry, and sunglasses, we strolled around the Avenidas, did all the touristy stuff from visiting the Christ statue, admired the sunset from Pao de Açúcar, tried to take photos on and from the Escadaria Selarón – a somewhat selfie must-go destination – fell in love with the Brazilian relaxed friendliness, induldged lots of Caipirinas and almost daily Açai, kept trying to say things in Portuguese even though it was pretty hopeless for the locals would pronounce things and places so differently we could have just pointed at a map or the menue in the first place, but we found joy in these daily adventures and projects from making our way around, and finding a laundry place to booking tickets or understanding the instructions at Crown CrossFit where we walked by just by accident and I got to drop in for a team WOD one time during my three weeks in Brazil.

Here’s a selection of pictures (out of cam – didn’t have time so far to edit them), but read on below, the story isn’t over yet 😉

Our trip continued: we went to Ilha Grande, swam in natural pools with lovely waterfalls, had more Caipirinhas, watched fishermen and had a good laugh with some Brits on a rainy afternoon when we took a boat taxi from one beach back to the main town Abraão and got tickled by „liquid sunshine“. We followed the tracks of pirates in cobblestone paradise Paraty, slided down Tobogã waterfall that locals can actually surf, fed little monkeys, learned how Cachaça is made and tasted different flavours. We also learned to accept the rain in Petrópolis, a small town (compared to Rio or São Paulo) totally different from all the sunny, beachy places we’ve seen before. A town that took us back to 19th century imperial Brazil. We felt like backpacker prince and princess. 😉

And so the weeks went by, we met travelers from many places, actually even ran into someone I know (from my CrossFit box in Hamburg) – how odd and great was that?  We had great talks over beer and caipirinhas in hostels, in a favela restaurant (Bar do David in Rio apparently serves incredible ribs…I of course didn’t eat them, but I know for a fact they made someone really, really, really happy) became friends with some travelers and marveled about others who palavered about conspiracies or played online poker literally all day long.

Eventually it was time to pack up again and sqeeze all the memories and new Havaianas into my luggage. The last day in Rio was quite melancholic for I realized there are still sooooo many things to see and do in this city alone and then of course in the entire country. However, it was time to say goodbye for now.

All this time in Brazil I almost never felt insecure. Yes, I was a little hesistant when we walked around São Paulo on January 1st which felt like we were in an apocalyptic movie or on our first day in Rio, when we navigated to our Air BnB located in a favela (which was in fact safe as decribed by the host and a really cool and real starting point for exploring Rio with all its facades) or this one time I rented a bike in Paraty and rode it back home in the dark without the lights on…because it didn’t have lights.

There’s in an undeniable injustice in Brazil, of course, too: with wealthy neighborhoods and nice accommodations that will lay out towels folded to swans even though they are not a luxury hotel just a few blocks away from some of the poorest people, incredibly little understanding for plastic waste while lush nature slowly vanishes, noisy traffic, ice-cold air-conditioned metros, cinemas, and, shops. And so on. You’d be lying if you’d only romanticise about Copacapana and Caipirinha, the sun and sound of singing birds in the jungle.

Whatever image you have of Brazil or in fact any other country in the world: go, see, feel, smell, live it for yourself. Be open – make an effort. I’m not saying you should take risks, or do something irresponsible – that’s totally up to you. I’m just hoping you’ll give all impressions an honest place in your memory and perhaps can even make a change to the injustice, not only in Brazil.

We may have been slightly more conscious about our valuables than normally when going out in Hamburg, and we avoided the areas known to be dodgy. Maybe we were lucky and maybe my relaxed face – which people often mistake as a mean look – helped to keep pickpockets away. Maybe someday in my homecountry someone will try to rob me and maybe even suceed.

What no one can take from me and what obviously exceeds the value of a camera or my credit card, are all the mental pictures. In the end: Happy End.

Die Silvester-Frage

Manche hassen sie, manche kennen die Antwort darauf schon im Juli: Jedes Jahr das gleiche – mit Freunden oder Familie in eine Skihütte oder ein Haus am Meer. Andere wiederum wissen bis zum Silvestertag selbst nicht genau, auf welche der vielen Privat- und Clubparties sie gehen sollen oder ob die Couch nicht doch der beste Ort ist, um den Jahreswechsel zu begehen.

Ich bin ein Hybrid was die Silvester-Frage betrifft: Am liebsten würde ich sie umgehen und ganz oft weiß ich erst kurz vorher, was ich mache. Meistens feiere ich erst zu Hause, mit der Option noch um die Häuser zu ziehen. Gerne wüsste ich aber auch schon jedes Jahr im Juli, dass ich irgendwo hin verreise, wo zwar sicher auch gefeiert wird, aber die Reise allein und das woanders sein eben geiler ist als jede vermeintliche Party des Jahrhunderts. So beginnt man das Jahr gleich mit neuen Eindrücken, trifft neue Leute, hört noch nicht gehörte Geschichten und erlebt seinen Alltag in einer fremden Umgebung als Abenteuer.

Da ich das Hütten-Ding bisher noch nie gemacht habe, kann ich nicht absehen, ob ich auch irgendwann zu den Fans dieser Variante gehöre. Die Vorstellung mit lieben Menschen ein paar Tage unterwegs zu sein und einfach das Beisammen sein zu genießen – mit allen Macken und Gewohnheiten – finde ich auch gut. Vielleicht komme ich nächstes Jahr in den Genuss.

Nachdem letztes Jahr Couch und Fischmarkt auf dem Silvesterabend-Programm standen, zieht es mich dieses Jahr tatsächlich wieder auf eine Reise. Ob und wir mir das Tanzen und Feiern ins Jahr 2016 in der Megacity Sao Paulo gefällt, werde ich dann im nächsten Jahr erzählen.

Jetzt muss ich nur noch etwas zum Anziehen finden. In Brasilien trägt man nämlich traditionell weiß. Nur im Post-Weihnachts-Winterschlussverkauf bin ich so gar nicht fündig geworden, zumal ich a) noch arbeiten muss und b) sommerliche Teile derzeit auch eher Mangelware sind.

Ich werde Silvester wohl also erstmal shoppen gehen (müssen) und dann…ja dann…ein bißchen bailar, cantar und beber!

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Kommt gut rein – wir sehen & lesen uns im nächsten Jahr!