Wer will eigentlich diesen Krieg?

23 Jul share

Bitte ein Mal Hand heben: Wer möchte diesen Krieg? Diesen Krieg am Gaza-Streifen? Diesen Krieg in der Ukraine? Diesen Krieg um Überwachung und Spionage? Diesen oder all die anderen…

Wer möchte all die Toten? All die Angst, die man beim Besteigen eines Flugzeugs hat, weil man eventuell im Flieger sitzt, der eventuell abgeschossen wird (oder verschwindet).

Es reicht doch, dass wir mit dem Klimawandel genug zu tun haben und Naturkatastrophen uns immer wieder aufs Neue herausfordern. Es reicht doch, dass die Ressourcen weltweit ungleich verteilt ist.

Warum müssen “die Mächtigen” der Welt ständig Schwanzvergleich “spielen” in Form von “Raketen-Austausch” und Meinungs-Schrotschuss?

Das ist jetzt auch kein neuzeitliches Phänomen…
…seit Menschengedenken schießen sich die Menschen gegenseitig ab, um ein Land zu erobern und die eigenen Landesgrenzen auszuweiten. Und was bringt es außer einem territorial (oder geistlich) längeren Penis? Die Kinder, die gemacht und geboren werden, wachsen in der gleichen, wenn nicht einer noch brutaleren Welt auf und entwickeln noch grausamere Waffen.

Ich frage mich, ob Frieden hoffnungslos ist.
An der ganzen Kriegsindustrie hängt so viel. Überlegen wir doch einfach mal: Worüber würden Journalisten nur schreiben, wenn es keine Kriege gäbe? Wie würden sich Volkswirtschaften verändern, wenn es keine Waffen und ergo keinen Waffenhandel mehr gäbe? Was würden all die Politiker in Verteidigungsministerien tun? Just to mention a few…

Was haben wir eigentlich aus Kriegen der Vergangenheit gelernt, wenn wir uns jetzt – im offensichtlich 3. Weltkrieg – gegenseitig die Birne wegpusten und einen Scheiß auf wirtschaftliche Sanktionen geben???? Und wie abwegig ist eigentlich der Gedanke, dass Geheimdienste ihre Ausspäh-Fertigkeiten zur Aufklärung von verschwundenen und wohlmöglich versehentlich abgeschossenen Flugzeugen nutzen?

Natürlich könnte ich einen Scheiß drauf geben, was dort in anderen Ländern geschieht – all die Toten könnten mir egal sein: ich kannte sie eh nicht. Es könnte mir alles egal sein und ich könnte mich einfach naiv meinem ganz guten Leben mit Sport und knalligen Nagellackfarben hingeben.

Es ist mir aber nicht egal!
Ich bin nicht so aufgewachsen, dass ich der ganzen Welt mein Leben lang den Mittelfinger zeige und mich nicht mit anderen Menschen, mit anderen Kulturen beschäftigen will. Im Gegenteil: Mein Leben ist schon immer bestimmt aus Integration und Konsensfindung von verschiedenen Meinungen. Ich möchte mich nicht sprachlos machen lassen von den Kriegen der Welt und ich möchte den naiven Glauben nicht aufgeben, dass eine friedliche, demokratische Welt möglich ist. Natürlich reicht mein Glaube allein nicht aus und meine Wahl der richtigen Politiker aber offenbar auch nicht.

Aber wer zum Teufel, WER WILL DIESEN KRIEG? shareWenn keiner die Hand hebt, warum gibt es ihn dann?

 

Das mag hier alles zusammenhangslos klingen und zu unpolitisch durchdacht sein – damit kann keine politische Debatte gelenkt werden, werden manche denken. Mir ist es in diesem Fall – wie bei allen meiner Blogbeiträge – einfach ein persönliches Anliegen darüber zu schreiben. Konstruktive Kommentare und Gedankenaustausch sind wie immer willkommen.

Die Fussball WM 2014 – Beobachtungen Teil 3

15 Jul 20140712_105828

Na? Ausgeschlafen? Oder wem steckt das WM-Finale noch in den Knochen?

Der dritte und letzte Teil der Serie “Die Fussball WM 2014 – Beobachtungen” fasst  das Endspiel und die Post-Endspiel-Phase collagenhaft zusammen.

So eine Final-WM-Party hat was von Karneval. Fahnen am ganzen Leib, Fahnen noch beim Ausatmen…am nächsten morgen. Es dauert noch einige Tage, bis man wieder klarkommt und nicht völlig apathisch vorm Fernseher sitzt, weil kein Fußball läuft.

Man kann sich noch immer nicht satt sehen an den ganzen WM-Selfies, an den unscharfen Handyvideos, die man zum Abpfiff gedreht hat, um diesen historischen Moment bis auf alle Ewigkeit festzuhalten, für sich selbst und die Enkel. Statt zu arbeiten, klickt man sich durch die Kanäle und ergötzt (haha, Wortspiel) an der omnipräsenten Berichterstattung, feiert die Weltmeister über die digitale Fanmeile

A propos Berichterstattung: Ziemlich treffend hat es in meinen Augen Sat.1. Twitter gesagt:

Bildschirmfoto 2014-07-15 um 21.23.19Es ist schon der Wahnsinn, wie die Fußball-WM plötzlich “center of attention” in den Nachrichten war und die Medienmacher jetzt wieder entscheiden, dass die Israel-Krise interessanter ist. Den Weltfrieden hat der Sport leider nicht hergestellt.

Ist es nicht irgendwie absurd, 120 Minuten auf eine Leinwand oder einen Monitor zu starren, zu bibbern, sich die Nägel kaputt zu kauen, weil “die eigene Mannschaft” eventuell gleich das entscheidende Tor schießen könnte? Es wird geflucht und auf den Raucherbalkon geflüchtet, ein Entspannungsbier nach dem anderen getrunken und die Grillwurst auf dem Rost vergessen.

Ohrenbetäubendes, Endorphin-berauschendes Aufspringen – die Erlösung – der Weltmeister-Orgasmus! Am Ende fallen sich alle in die Arme und jubeln einem Geschehen zu, das knapp 10.000 km am anderen Ende der Welt stattfindet – und alle fühlen sich geil!

Manche finden die Vorstellung fantastisch, dass der Sport die Menschen so verbindet, manch andere halten es für dummen Zeitvertreib und peinlichen Patriotismus. Dieses plötzliche “Wir”-Gefühl in Zeiten des Hipstertums und nach Zeiten des Hitlertums – das sei doch verlogen. Entweder gibt es nur sehr wenige Menschen hierzulande, die so denken, oder sie werden von den vielen Fans stumm gepostet (digital übertönt). Möglicherweise sind sie auch alle nach Spanien, nach England oder Portugal geflüchtet, nur um bloß nicht…naja ihr wisst schon: auszurasten.

Ich selbst habe die WM überwiegend per multi-screen verfolgt – Twitter und Facebook liefen fast immer nebenbei und waren teilweise spannender als der Spielverlauf. Was mir auffiel: 99,999 % meiner digitalen Verbindungen waren pro-WM, liebten das Event, das fröhliche Miteinander.

Zumindest ließ mich der Algorithmus das glauben.

Am Ende bleibt mir festzuhalten:

Das war ne richtig geile Party!
Das war ne richtig geile Party!
Das war ne richtig geile Party!
Das war ne richtig geile Party!

Und jetzt?!

Jetzt beruhigen wir uns alle wieder bis spätestens 2016, wenn EM ist.

 

One more thing:
Heute feiert thefeldstudien 2. Jahrestag! Viele Dank fürs fleißige Lesen, Kommentieren und Mitstudieren!

Yes, faith…I’m listening

12 Jul 20140704_083252

Intro:
If you look at this selfie you may question my sense of style, but finding the right shoes to the air cast, because I’m such a girl that still wants to wear a dress once in a while is a painful challenge…

Flashback:
A few years ago someone stole my bike – in front of my house. I was furious of course! My lovely white bike was stolen and I was forced to walking again (because I avoid taking public transportation as much as possible). A good friend of mine said back then: “maybe you have a guardian angel that saved you from a severe accident and now had your bike stolen.” Though, I didn’t like the idea of someone else getting into an accident (even though Schadenfreude kann feel good sometimes), I did like the thought of a guardian angel protecting me from something worse.

A few years later – today – I’m back to thinking that faith or this secret, invisible guardian angel or even karma is protecting me. I just haven’t figured out what it’s protecting me from and why.

The circumstances however are quite unfortunate, I have to say:
First I twisted my ankle by just carelessly stepping aside and slipping of a minor edge. As a matter of fact I somehow managed to twist both ankles and am now limping with torn ligaments on the left and a still slightly bruised and swollen right ankle. None of the two doctors I went to prescribed crutches. Instead, one just taped my left ankle, while the other at least conducted an x-ray to exclude fractures, and gave me a more protecting and stabilizing air cast. I am allowed to walk, but am supposed to rest as much as possible, lift my foot (my right ankle wasn’t checked, because I didn’t notice anything back then). Also, I am allowed to cycle. No working-out-cycling of course, but daily errands and getting to work is absolutely okay. And it’s absolutely awesome for riding my bike is faster, comfortable, less painful.

If only everything was okay with my bike.

To make things worse, I got a flat tire on my way to an appointment with a real estate agent. And on my way back home I found myself on a Stadtrad trying to push my flat tired bike with one hand, which turned out to be a stupid idea, and even more so when it started raining like cats and dogs with thunderstorm and lighting about to hit town (no selfies available…)

A moment of bittersweet comedy that was only familiar to me from movies. I found myself in the pouring rain, with soaking wet clothes, and gazing to the sky talking to the clouds. “I really don’t understand, what you’re trying to tell me”.

After my injury I thought, maybe I should take things more slowly. So I did.
With my flat tired bike I am not sure what to think anymore.

It’s a big mystery I am trying to solve with swollen and funnily bruised feet and ankles.

20140701_123301While figuring out this riddle, I quickly noticed a change in social encounters. With my unmissable air cast and the obvious limping, people instantly start talking to me – even strangers. This injury turned out to be an ideal ice breaker and helpful topic for smalltalk. 85 % of all people I spoke to since the incident shared some kind of similar story of a torn ligament or even a cruciate ligament rupture, the therapy, the duration till they were back to normal walking and training.

The other day while performing one-legged showering I wondered if faith is telling me to ask more for help! As natural as this may sound to other people it’s uncommon for me.

Whatever the answer to this mystery is I wonder what the happy end will look like and what this lesson of limping and uplifted feet teaches me. Even though I’m no religious person I somehow believe in Karma. Naturally I am wondering if I’ve been a bad person lately…or if I’m just getting a warning (like a yellow card in soccer) that still lets me do most of the things.

And so I’m trying to stay motivated, after all it’s just a torn ligament…

One of my favorite findings this week was this video about Courtney Sanders, a climber who’s training with a cast. I’ll talk to my trainers and will see how we can scale my training!

And one of my favorite quotes this week is by Krystal Cantu who lost one arm and returned to training Cross Fit: “If you want safety, wrap yourself in bubble wrap and sit in the couch!” So don’t even bother telling me that “Sport ist Mord” (a stupid German saying, literally meaning “sports are killing”), because I’ll be back on (the running) track!

Die Fussball WM 2014 – Beobachtungen Teil 2

6 Jul 20140702_115424

Bald ist sie vorbei, die WM!

Wie viele Nicht-Fussball-Angheörige sehnen diesem Ereignis wohl entgegen? Dann sind endlich die Schaufenster von all den “in your face” schwarz-rot-blöd Dekorationen befreit und dämliche bis überdämliche Verkaufsangebote mit Kauf-Mich-Jetzt-Weil-WM-Claims entfernt!

20140614_174423Als mittelmäßig bis ja-doch-ganz-schon-gut-informierter Großereignis-Fussball-Fan fühle ich mit den Nicht-Fans mit. Absolut! Ich schäme mich zwar grundsätzlich nicht Deutsche zu sein (jaja, wenn man sieht es mir ja grundsätzlich auch nicht an, dass ich Deutsche bin), aber das viele Grööööööhl und schwarz-rot-gold Behänge von Hasenohren bis zum Fußkettchen ist schon arg peinlich. Und jaja, ich weiß – total empirisch diese modischen Beobachtungen von einer, die sonntags am liebsten Hoodie trägt und seit einer Woche mit einer schicker Bänderriss behandelnden Bandage aus dem Haus geht (so schwarz, wie mein Humor).

 

20140702_115311In der Werbewelt kommt man (aber) nicht umhin, die WM zu nutzen – so scheint es. Vom Optiker ums Eck bis zum Klassikkonzert – jeder macht sich das Sporthighlight des Jahres zu eigen. Aber wahrscheinlich wird hier versucht, eine Zielgruppe anzusprochen, die auch nur von Bier zu Bier denkt.

 

 

 

Vorhang auf und Standing Ovations

23 Jun publikum

Greller Slapstick, Witze below der Gürtellinie und eine Prise Denglish standen u.a. auf dem Programm, das sich Regisseur Herbert Fritsch als Teil der furios-kuriosen Inszenierung von Moliers “Die Schule der Frauen” für die Bühne des Schauspielhauses Hamburg überlegt hatte. Und trotzdem musste ich nicht aus dem Saal stürmen und mich auf offener Straße übergeben. Nein, am Ende riss es mich vor Begeisterung vom Stuhl und ich klatschte bis meine Hände so rot wie Agnes’ Lippen waren und so schmerzten wie Arnolphes Herz. Schon viel zu lange bin ich nicht mehr im Theater gewesen. Heute Abend habe ich beobachtet, wie sich Leute mit Kulturlust (doch meist älteren Jahrgangs) im meist adretten und gleichzeitig bodenständigen Montag-Abend-Zwirn im Foyer des Schauspielhauses sammelten, schon mal ein Gläschen Vino zum Entrée tranken, nochmal über die Inhaltsangabe des Stückes flogen und sich nach und nach Richtung Ränge aufmachten. Wie sie dort Platz nahmen, auf roten Sitzen unter einem mächtigen und gedimmten Kronleuchter, wie alle brav ihre Telefone ausschalteten, ohne Werbung und ohne pssst. Wie es dunkel wart und plötzlich still, ein Scheinwerfer die Bühne beleuchtete und das Stück begann. Gebannt blickten sie auf das Geschehen, lauschten den wortgewandt-rasanten Dialogen und verfolgten die Verwandlung der kreisch-bunten Charaktere von Sekunde 1 bis zum Schluss, als mit einem Mal das Licht ausging und der Ton plötzlich verstummte. Es gab Szenenapplaus und – wie gut bei einer Komödie – Gelächter. Und in der Pause tauschte man sich aus, über die erste gelungene, mitreißende Hälfte, trank zu Erleichterung noch ein Gläschen, aß eine Brezel oder rauchte auf der Kirchenallee gegenüber des Hamburger Hauptbahnhofs bei untergehender Sonne eine Zigarette. Pünktlich zum Beginn der zweiten Hälfte waren wieder alle da. Und am Ende, da riss es einige Zuschauer von den Sitzen, sie feierten das Ensemble, applaudierten den Schauspielern, die sich auf der Bühne um das minimalistische Bühnenbild tanzend beklatschen ließen – zu Recht – minutenlang. Obwohl sie bereits völlig erschöpft waren. Man glaubte ihnen, dass es auch ihnen Spaß gemacht hat. Ich liebe diese Magie, diese Energie im Theater und kann sie doch nicht treffend in Worte fassen. Besonders, wenn Schauspielern, wie dem herausragende Joachim Meyerhoff als Arnolphe jede Pointe, jede – vielleicht sogar spontane – Gag gelingen, wenn die Musik – egal wie skurril – stimmt, und die Kostüme, Masken, und Bühnenbilder die Perfektion mit einer Leichtigkeit wirkend komplettieren. Geflasht und beschwingt stieg ich nach dem Stück auf mein Rad und flog nach Hause, machte mir ein Mitternachts-Ovomaltine-Crunchy-Cream-Brot (nein, 2) und musste diese Gedanken einmal loswerden.

Die Fussball WM 2014 – Beobachtungen Teil 1

16 Jun C360_2014-06-16-21-24-39-901

C360_2014-06-16-21-24-39-901Die Fussball Weltmeisterschaft 2014 ist inzwischen 5 Tage alt. 11 Spiele sind schon gespielt – 11 sehr torreiche Spiele wie ich finde. Bisher hatte ich allerdings erst Zeit, um ein Spiel komplett zu sehen – und dieses war aus deutscher Sicht granatenstark, ja regelrecht weltmeisterlich. Man hofft hierzulande, dass die Torparade von Jogis Jungs so weitergeht!

Und genau bei diesem Spiel stellte ich fest: Beim gemeinsamen Fußball-Schauen lernst Du Deine Mitmenschen noch mal richtig kennen. Ich staunte also, über so manchen Aufschrei meiner männlichen Mitschauenden gegen so manche Schiedsrichter-Entscheidung, die lauter war als so manche trötenden Vuvuzelas, die man durch das auf Maximum gedrehte Soundsystem vernahm.

Einige der geringfügig mit Fußball vertrauten weiblichen Viewing-Teilnehmerinnen klammerten sich hingegen fast 90 Minuten durchgehend an ihren Smartphones fest und ließen es sich nicht nehmen, dass Geschehen smartphonig festzuhalten.

Zum anderen beobachtete ich, wie die von einer miserablen Bundesliga geplagten HSV-Fans mit jedem Torschuss auf das portugiesische Tor all die Euphorie hinaus grölten, die sich in dieser recht verkorksten und mehr als knappen Saison ihres Herzens-Vereins aufgestaut hatte.

UND als dritte Erkenntnis: Schadenfreude wirkt im Kollektiv noch intensiver, besonders wenn die Medien so flink Bildmontagen mit weinenden Portugiesen und lachenden Lahms/Müllers/Poldis und wie sie alle heißen, liefern.

Es darf meines Erachtens gerne noch etwas sportlich fairer werden. Und das beschwingte Gefühl nach einem erfolgreichen Spiel der Herzensmannschaft soll  noch lange anhalten. Soweit die ersten Beobachtungen – Fortsetzung folgt!

Und alle so Schlaaaaaaand…

14 Jun

…WM jetzt! Alle drehen durch, alle sind jut drupp und alle haben nichts Anderes mehr abends vor, als Fussball zu schauen!

Alle?

Als bald seit zwei Jahren bloggende thefeldstudien-Betreiberin fühle ich mich regelrecht dazu verpflichtet, diese Frage zu stellen.

Darum habe ich beschlossen, diese Fußball-Weltmeisterschaft zu nutzen, um einmal noch genauer hinzuschauen und hinzuhören:

Wie ist die Stimmung?
Wie wandelt sie sich von Vorrunde zu Zwischenrunde und bis zum Finale?
Wann kippt die Stimmung?
Wie ist die modische schwarz-rot-gold Quote am Arbeitsplatz, beim Public Viewing oder in den Drogeriemärten? Ob jung oder alt, schön oder hässlich – Deutschland-Deko scheint dieser Tage DAS must-have (neben dem halben Badehöschen für Männer…).

Wer mitstudieren will, ist herzlich eingeladen. Twittert fröhlich mit dem hashtag #thefeldstudien eure WM2014-Beobachtungen.

In 4 Wochen sind wir a) Weltmeister, b) Vizeweltmeister, c) weder noch oder d) endlich froh, dass die WM vorbei ist.

Lebensmotto

8 Jun 20121231-114650.jpg

Ich habe eben aus Spaß “Motto” in das Google-Suchfeld eingegeben. Das Suchergebnis von Wikipedia finde ich dabei höchst kurios und möchte es den Lesern nicht vorenthalten:

Motto
…leitet sich offenbar aus dem Lateinischen von “muttum” ab, was so viel heißt wie “Murmeln“ oder „Grunzen“). Die Literatur versteht unter “Motto” einen meist knappen Leitgedanken, der einer größeren Schrift vorangesetzt wird. Ein “Motto” – also ein Leitspruch findet sich oft auch in der Politik wieder und wird so zu einem “Wahlspruch”, der die Ansprüche einer Person oder Partei formuliert. Eingedeutscht ist auch der “Slogan” (aus dem Englischen) ein Synonym für “Motto”. Und zu guter letzt wird auch ein “Schlachtruf” als “Motto” empfunden, ein Ausruf einer angreifenden Gruppe.

Ob wir Wikipedia glauben dürfen bzw. sollten oder nicht muss jeder selbst entscheiden. Als Orientierung finde ich diese erste Definition gar nicht übel. Ähnlich gut erläutert es auch Duden.de

Dabei weiß wahrscheinlich jeder für sich selbst – auch ohne neunmalkluge Definition – wie er zum Leben gestellt ist, welcher Slogan oder Claim über dem eigenen Helden-Ich schwebt und einen stets begleitet. Manche tätowieren sich das dann gern auf den Körper, mal sichtbar, mal versteckt. Andere kritzeln diese heiligen Worte zumindest aufs Mäppchen oder digital in das Coverfoto ihres Facebook-Profils.

Catie’s Claim(s)
Ich selbst habe ehrlich gesagt mehrere Lebensmottos oder “-motti” – manchmal Lebensphasenmottos, manchmal Situationsmottos, wie “Endlich Freitag”,  “Keep calm and curry on” (ja “curry” on ^-^) oder auch “create or die”. Würde ich sie alle auf meinen Körper tätowieren, hätten die Leute viel zu lesen. Eins davon steht seit heute zumindest auf meinem Mitgliedsfoto in der CrossFit Sankt Pauli Box: “Soak up the atmosphere” begleitet mich auf Reisen, ist mein persönlicher Schlachtruf beim Marathon, bei Präsentationen oder auch bei Ikeabesuchen und natürlich auch bei teuflischen Workouts, die 81 Burpees oder andere (gut gemeinten) Gemeinheiten umfassen. Diese Energie in der Box – fucking great!

Und das ist die Geschichte dahinter:
Als ich vor einigen Jahren (ich glaube es war 2008) mit Freunden in Marokko war, war “soak up the atmosphere” unser damaliges Reisemotto. Um uns herum wimmelte und wuselte es, die Reizüberflutung auf den Souks war unbeschreiblich, der Andrang auf uns Backpacker mehr als anstrengend. Eines Nachmittages saßen wir einfach in einem Park – und beobachteten das Geschehen um uns herum. Es ging plötzlich nicht mehr darum zu Sehenswürdigkeit XY zu kommen – die Sehenswürdigkeiten waren doch überall. All das fremde Alltägliche war sehenswürdig! Ein lehrreicher Moment!

Und wo wir schon bei Erkenntnissen sind:
Man wird nicht jünger, aber immer stärker! In diesem Sinne: Ich freu mich auf die 30!

Flip Flop, der

25 Mai P1030880

Bei einem Flip Flop handelt es sich um eine Zehensandale, deren Namensgebung auf das klatschende Geräusch zurück zu führen ist, das beim Gehen entsteht. Sobald das Thermometer diesseits der Elbe 20°C und mehr anzeigt, (=der hanseatische Sommer) nimmt die Freiluftmode an den Füßen radikal zu. Für den Träger ein lang ersehnter Moment – endlich wieder sockenfrei, endlich wieder Luft an die Füße.

Für Flip Flop-Gegner – solche Personen, die ganzjährig auf geschlossenes Schuhwerk setzen und offenbar auch auf Tennissocken so lang bis zum Stock im Arsch – ein optischer Graus.

Seit dieser Woche beginnt nun in allen Bundesländern beginnt wieder der Streit zwischen Flip Flop Freunden und Flip Flop Feinden. Die Temperaturen waren durchweg sommerlich: Sommerschweiß lief landesweit aus allen Poren. Und nun heißt es wieder: Was schickt sich in der Öffentlichkeit, was nicht?

Jedes Jahr werden aufs Neue die alten modische Ratgeber zur perfekten Sommermode im Beruf recycelt – jedes Jahr aufs Neue werden wohl auch mahnende Worte von der Geschäftsführung an das fleißige Arbeitervolk gerichtet. Es ist ein garantierter Schmunzelmoment für mich, wenn wieder alle diskutieren über Fuß-Ästhetik, Hygiene und Kompetenz-Wirkung. Und im Kontext der geeigneten Büro-Sommermode wird immer öfter auch für Gleichberechtigung plädiert. Denn, wenn Männer nicht in Shorts erscheinen  dürfen, dann sollen Frauen gefälligst auch nicht Beinfreiheit bis zum Hallelujah zelebrieren. “Minirock ist kein Grundrecht, sondern ein Privileg”, wird jeden Sommer getuschelt.

Doch bei Flip Flops ist man sich in der Regel einig – weder Mann, noch Frau soll es gestattet sein, im beliebten Freizeit-Schuhwerk zur Arbeit zu erscheinen. Natürlich ist jede Branche und jedes Arbeitsumfeld anders und natürlich wird viel auf common sense gesetzt – schließlich wirkt es nur all zu diktatorisch, wenn von Verboten die Rede ist. “Flip Flops müssen leider draußen bleiben” ist da wohl die strengste Ansage – denn wahrscheinlich bedauert es die Geschäftsführung selbst, dass die Zehensandale bis zur Bürotür kommt, aber dahinter nichts verloren hat.

Und mal ein bissl common sense angewendet, sieht mein Freizeit-Ich ein: Meine Schnürschuhe und Pumps würde ich am Strand auch nicht tragen!

Kleiner Tipp für alle, die sich während der Geschäftszeiten nur schwer von ihren geliebten Flip Flops trennen können: Immer ein Paar dabei haben und in der Mittagspause hineinschlüpfen – zum Glück sind die Dinger so handlich, dass sie garantiert in jede Tasche passen (Tasche, nicht Clutch)!

 

Hugging ain’t no rocketscience!

18 Mai Hugging ain't rocket science. Looks like "Zipper the rocket" is ready for a hug as well.

Have you ever wondered how you hug and why? Is hugging rocket science?

Hugs are to greet one another, to congratulate, to console, to celebrate, to show affection. Hugs are shared between family members, friends, lovers,  colleagues, sports companions – sometimes even strangers. Hugs can be passionate, long, sincere, warm – but hugs can also be brief, stiff, and even phony. Sadly.

Bildschirmfoto 2014-05-17 um 23.04.38Hugs between women and men can make a difference in their (friendly) relationship, hugs between men usually always end with three to four strong slaps on the back. Don’t believe it? Whatch this tutorial. The exception: When your favorite team scores the big win, any sort of hug – especially the group hug – is performed impulsively.

Ever wondered when it is appropriate to hug your work superiors? In some working environments the handshake is the most intimate form of body contact, in others hugging or a kiss on the cheek isn’t perceived as awkward at all. To make sure you won’t get yourself into an embarrassing situation at work, especially as a newbie, wait for the others to make an approach, and observe. No one will turn down your handshake, although it could happen that you’re pulled towards your counterpart for a hug. If you don’t feel comfortable hugging, make sure to keep body distance.

There are also hugs between humans and trees, humans and animals, and humans and stuffed animals.

A hug can end up in the first kiss between two people or mark the end of a relationship.

But I prefer to see the hug as an ice breaker, as something beautiful, intense and the beginning of something new. The hug is powerful.

Never turn down a free hug…unless you meet someone in the saune (and whom you don’t like).

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