same same but different

22 Mai Das Gleiche. Nicht, dasselbe.

…ist ein Filmtitel.
…steht auf jedem zweiten (oder dritten) Touri-T-Shirt in Bangkok.
…passiert, wenn wir alle bei H&M einkaufen.

Und? Ist’s schlimm mal das Gleiche zu tragen?

Aber Hallo, wenn man den noch existierenden Mode- und Lifestylemagazinen glaubt. Wenn es nach ihnen geht, dann gibt es ja nichts Schlimmeres, als wenn jemand anderes genau das gleiche Teil trägt, sagen wir eine sehr ausgefallene, raffiniert geschnittene und zugleich schmeichelhafte Jacke – nur so als Beispiel. Welch ein Drama! Dahin ist unsere Individualität, unsere Einzigartigkeit! Wir sind einer von vielen. Wir sind die Masse – ein Kollektiv. Verdammt.

Dabei ist das Streben nach Individualismus doch totaler Mainstream. Welcher Hipster ist denn noch unique? Undercut? Nee, nee – Undercut – achso, ja klar. Republica? Was für Nerds? Nope, Republica – was für alle.

Jep und genauso eben auch die coole Jacke, die es plötzlich auch hierzulande gibt. Oder das zauberhafte Fahrrad. Oder der strahlend gelbe Regenmantel, der “fuck you Regen” schreit. Warum nicht freuen, dass man mit seinem “individuellen Geschmack” auch Gleichgesinnte gefunden hat. Es fühlt sich besser an zu sagen: “Die hat die gleiche Jacke wie ich…also hat sie guten Geschmack”, als: “Boa ey, mir steht die ja wohl viel besser!”.

Pfui bäh. Kackbratzerei.

Und sowieso: Shareconomy soll grade total in sein. Voll Mainstream und so.

Alternativ-Fazit für …ähem Individualisten:
Die Geschichte hinter der Jacke oder dem Fahrrad (…) – die ist ziemlich sicher einzigartig.

Feiern in Fragmenten

19 Mai Und alle so: Yeah!

Bar voll, Boxen laut, Bier kalt
Leute viel, Gespräche seicht
Blicke funkeln, Füße wippen
Blase drückt, Klopapier leer
Neues Bier, Foursquare hier
Noch ein Bier, zwei, drei vier

Kurzer runter, Fluppe an
Lachen lauter, Lachen schriller
Popos wackeln, Körper zappeln
Arme rudern, Hüften kreisen
Hemmungen fallen, Fotos machen
Stimmung  steigern, Nacht durchmachen

Zum Fischmarkt, Sonne auf, Luft klar
Heimgang wankt, selbstzufrieden grinsen
Taxi bestellt, Münzen gezählt
Schlüsselloch treffen.
Hallo Bett, volle Montur, Augen zu.

Morgen danach:
Kopf dröhnt. Magen dreht. Augen kleben.
Nicht abgeschminkt. Mund trocken. Zähne bäh.
Stimme rau. Bett ungeteilt. Nachdurst löschen.
Energie futsch. Bewegen schmerzt. Zeitlupen-Tag.
Alkohol verfluchen. Rauchen aufhören. Gesundheit ersehnen.

Zweiter Morgen danach:
Senkrecht stehen. Magen knurrt. Augen müde.
Teint wach. Mund minzfrisch. Zähne blank.
Stimme klar. Bett gemacht. Kaffee stark.
Energie läuft. Bewegen automatisch. Montag.
Alkohol weglachen. Zigarette anzünden. Gesundheit vernachlässigen.
Prahlen. Schenkel klopfen.

Pläne schmieden

*Diese Feldstudie ist NICHT autobiographisch.

Es ist Frühling, NICHT Sommer!

9 Mai Kirschblüten im Mai
Kirschblüten im Mai

Kirschblüten im Mai

Ja, der Winter war lang. Heimtückisch lang, bitterlich kalt und hartnäckig. Wenn einer so sehr klammert, dann ist man froh, ihn los zu sein. Schließlich kam die Ablösung – mit dem 1. Mai 2013 ging ein Aufatmen durch Deutschland. Zumindest in Deutschlands nördlichen Breitengraden. Endlich! Der 1. Mai erstrahlte mit blühenden Bäumen, hellrosa Kirschblüten, wärmenden Sonnenstrahlen auf den noch blassen T-Shirt Armen. Und am 2. Mai schlichen bereits einige sonnenverbrannte Gesichter zur Arbeit – mit einem ungetrübten, ansteckenden Glücksgefühl (Serotonin und Dopamin sei Dank), das der Jahreszeitenwechsel vollbracht hatte . Der Frühling ist die Jahreszeit des Neuanfangs – zumindest in den gemäßigten Zeitzonen. Vielleicht aber auch ein Relikt aus Zeiten vor dem Klimawandel. Auch wenn man wohl “den Klimawandel” nicht auf einen festen Tag definieren kann – ein schleichender Prozess, der sich durch immer extremere Winter, unsommerlichere Sommer sowie kurze Frühlinge und Herbste bemerkbar macht. Also damals noch aber, in meiner Kindheit, da gab es noch 4 ordentliche Jahreszeiten. Und herkunftsbedingt natürlich auch immer die fünfte, närrische. Doch heute, im Jahre 2013 – sicher aber ein 2000er-Jahre-Phänomen – sind die Jahreszeiten nicht mehr das, was sie mal waren. Ein Blick ins Social Web verrät: Der Sommer dauert 1 Tag oder ist das schönste Wochenende des Jahres oder kommt auch eigentlich nie. Oder er findet tatsächlich schon jetzt statt – im Mai – wenn wir eigentlich in Frühlingsstimmung sein sollten. Wenn wir uns über die erste Blütenpracht und immer grüner werdende Bäume freuen, wenn die Sonne mit jedem Tag höher steigt, mit jedem Tag wärmer wärmt und die Vögel jeden Morgen um 5 Uhr im Chor trällern, dass man sogar davon wach wird und verzückt lauscht. Das ist Frühling. Frühling ist, wenn wir immer noch eine Jacke – die Übergangsjacke – dabei haben. Wenn die Ballerinas spätestens beim Feierabendbier im schon geöffneten Biergarten keine so gute Idee waren, wenn der Regen duftet, wenn auf NDR2 wieder “Wer piept denn da” läuft. Wenn es abends eben noch nicht eeeewig warm und hell ist, wenn auch schon jetzt bemerkenswert und ins Freie lockend. Die Instagrams, Tweets, Pins und Posts der letzten Tage verrieten eine Sehnsucht nach Wärme. Eine Wärme, die der Frühling anscheinend noch nicht bietet. Aber lasst ihn uns nicht so stiefmütterlich behandeln. Der Frühling sollte auch symbolisch gefeiert werden. Fangen wir von vorne an. Lassen wir uns von ihm wachküssen und mit Lebensfreude nach der schier endlosen Winterzeit verwöhnen. Bis der Sommer kommt und wir dann Lüftchen lechzend unsere Füße in kalte Bäche setzen. Sommer ist, wenn das Eis sofort schmilzt, die Stirn dauerglänzt, die Röcke kurz sind, die Flip Flops flifloppen, wenn der Schatten zum Lieblingsplatz wird und wir die Nacht zum Tag machen, bevor wir uns nach gemütlichen Couchabenden sehnen. Aber davon soll jetzt im FRÜHLING noch nicht die Rede sein.

Let’s get married!

2 Mai

It’s not me who’s getting married this weekend – my friends, who have been together for nearly ten years, are. I’ll (only) be a guest.

Being a wedding guest isn’t too hard, one may think. Some get to take over an important part such as the maid of honor or the groom’s best man. All the others only need to put on a happy face for the newlyweds, be thankful for the invitation and have a good time. And make sure not to look better than the wedding-couple!

Of course I wouldn’t want to compete with the bride for she’s a natural beauty and looks great in anything (and the groom certainly, too). But hey, ladies, let’s admit, we still want to look good and feel pretty at such an occasion. So finding a – pardon THE PERFECT DRESS is our mission before the wedding – assumed, we haven’t accomplished this yet AND also have already figured out our gift-idea. Gifts, don’t forget about the gifts…different topic though.

And this is what I did: I went on a mission for THE PERFECT DRESS that ideally applies for several weddings as I am sure more and more of my friends will decide to tie the knot in the near future. So THE PERFECT DRESS needs to be long-lasting and multiapliccable despite the seasons. It needs to be flattering, hide the not so perfect body parts, easy to put on and have a comprehensible value for money – oh and it shouldn’t be white.

The question is: Where do you find such a dress?
I asked myself this exact question over and over again and after having tried on 41 (!) dresses in stores and from online retailers I still haven’t found the answer. I still haven’t found THE PERFECT DRESS two days before the wedding. BUT: I am not the bride. I am just a guest. I’ll eventually find and wear a dress, a suit or anything just so I won’t cause a nude scandal. What a drama!!!

True story: What a drama!
It is a first world problem! Absolutely. Shame on me and probably shame on all the others who waste their time consuming and over-consuming. I know it is pathetic that I feel the need of buying a new dress although I already own a few fine pieces that could totally work for a wedding, although they are black. I hesitate wearing black to a wedding ever since I overheard somebody’s mother complaing at a wedding last year that black is not suitable for a wedding. Well…I was one of the people who gad the guts to show up in black. Honestly, I believe there’s nothing wrong with a classic black dress. Styled with the right accessories it doesn’t make you look like you’re going to a funeral. But after such a long long long winter and the wait for spring I really am longing for some color!

Luckily retailers have countless colorful, bright colored, happy colored affordable dresses on their racks and in e-stores. It probably is only a matter of fast scrolling and time-management to sort out the good ones and name one of the favorites “my” – THE PERFECT DRESS. But….

…41 dresses?
Yes, I actually tried on fourty-one dresses. Various styles and cuts and fabrics – from “I’m almost 99% positive I like it, but…” to “OUT OF MY FACE NOW”: maxi, mini, lace, print, uni-colored, fancy, casual, 20€ or 200€, cotton, jersey, polyester, chiffon, silk or viskose…with various reactions from my friends. But in the end I didn’t choose one of them. Polyester has become a no-go – I try to avoid this yucky fabric. Lace doesn’t work for me. Maxis are great but make me look like I want to hide a pregnancy belly. It’s NOT a pregnancy belly (it’s my four-pack). Minis aren’t so great either for I have quite distinct leg muscles…and so on and so on.

So in the end I am about to opt for either a black or dark-blue alternative. One is A-shaped, the other stretch, figure-accentuating. Both are already hanging in my closet just waiting for their next public appearance. Okay, yes I tried to avoid dark. And yes, I tried to hide the muscles and almost-fourpack. I even looked for those shape-panties that squeeze away all your extra bits for you to pretend you’re super slim. So ridiculous we women have come to believe this is neccessary. Also, both dresses are of simple fabrics – cotton and jersey – so both nontypical fancy occasion dresses.

I’ve come to this conclusion: It is indeed a first world problem that I spent so much time dress-hunting and also so much time worrying, I won’t look good enough for my friends’ celebration, especially since I’m normally super-relaxed when it comes to fashion, because I’m not on a mission. Chances are very little the bridal couple will say “Catie really was a fashion-let-down today, we’ll never invite her again to our wedding.”

I am sure we’ll all look fantastic and will have a blast. We can celebrate love in pyjamas, can’t we? If we’re in a happy mood we’re already dressed to impress. Something we should think about more often rather than creating artificial stress. Having said this and no matter of what I’ll be wearing – let’s get married!

+++dedicated to Julia and Fabian+++all the best to you two+++thanks for having me at your wedding+++

Hallo-lologie

28 Apr Hallo - je nach Gusto

Guten Tag, Hallo, Servus, Grüß Gott, Hey, Hi…Moin nicht zu vergessen – die Grußarten hierzulande sind zahlreich – UND durchweg positiv. In Kombination mit einem Kraftausdruck hingegen – Beispiel: Moin Arschloch – je nach sozialer Verbundenheit und Innigkeit zwischen zwei sich grüßenden Personen, möglicherweise auch liebenswürdig gemeint, für Außenstehende i.d.R. wohl aber als negativ und beleidigend aufgefasst.

Täglich grüßen wir einander – die Kollegen, die Geschäftspartner, Mitbewohner, Nachbarn, Supermarktkassierer, Follower und Fans, Friends und +1er, stets in Momenten einer kurzen Begegnung oder im Zuge einer Interaktion. Auch wenn wir die Supermarktkassierer/in nicht kennen, der Akt des Kassierens bzw. des Bezahlens (sowohl bar, als auch mit Karte) sorgt  für einen kurzweiligen Moment von Abhängigkeit. Gleiches lässt sich bei der Paketaufgabe im Postamt beobachten oder beim Spargelkauf auf dem Markt oder beim Besteigen eines Taxis am Ende einer durchzechten Nacht.

Etwas anders geht es unter Nachbarn zu. Grundsätzlich und vor dem Ausbruch der ersten Maschendrahtzaun-Kindertrampel-oder-Grillwurstrauchschwaden-Kriege übt man sich in einem höflichen Miteinander. Es wird freundlich gegrüßt, wo eben gegrüßt werden kann. Allzuoft im Treppenhaus, mancherorts auch im Waschkeller, Aufzug, Fahrradkeller oder vor den Mülltonnen. Guten Tag, Hallo, Servus, Grüß Gott, Hey, Hi…Moin – alles ist denkbar, sekundenschnell und schmerzfrei. Je nach Kriegsstatus ist ein Kraftausdruck zusätzlich denkbar – ja wirklich “denkbar”. Natürlich aber auch verbal ergänzbar – je nach…ihr wisst schon.

Kommen wir aber nun zu einer Situation in der weder wegen einer Abhängigkeit noch einer häuslich bedingten Interaktion gegrüßt wird. Als allgemeiner Grußgrund wird hier die Gemeinsamkeit genannt. Und diese trifft zu, wenn zwei oder mehrere Personen zur gleichen Zeit am gleichen Ort aneinander vorbei gehen, spazieren, laufen, radeln…wie beispielsweise in einem Park, also einem öffentlich zugänglichen Raum. Oft sieht man zum Beispiel Laufgruppen aneinander vorbei traben, die sich ein sportliches Moin zurufen. Insider meinen dies als anerkennendes Moin zu interpretieren, denn selbst Sportler unterschiedlicher Vereine zollen sich ja gegenseitig Respekt und wünschen sich nicht wörtlich “Hals- und Beinbruch”, um am Wettkampftag als Sieger zu jubeln. Ab und an werden auch Wandergruppen gegrüßt, die man kolonnenhaft überholt und sich für das Überholmanöver entschuldigt und gleichzeitig bedankt. So sind sie die Freiluftakteure: Immerzu höflich, respektvoll und bescheiden. Dies ist vor allem in ländlichen Gefilden zu beobachten.

Im urbanen Umfeld jedoch wird das gegenseitige Grüßen von Akteuren, die sich a) nicht kennen, b) nicht im gleichen Moment das gleiche tun schlichtweg als SELTSAM empfunden. Beispiel Stadtpark Hamburg. Hier bewegen sich regelmäßig sportelnde wie spazierende Menschen an der frischen Luft. Ich bewege mich übrigens zu 99,99 Prozent in der sportelnden Gruppe und kann aus dieser Perspektive berichten: Grüßt einer von uns Sportlern einen von “denen” Spaziergängern dann wird zu 99,99 Prozent nicht zurück gegrüßt. Auch im Fall des Grüßens anderer Sportler, oft einzeln Trainierender, wird der Gruß nicht erwidert.

Nun lassen wir uns in unserem Training davon nicht entmutigen. Mich persönlich beeindruckt diese Einseitigkeit dann aber doch ein wenig. Gerade aus völkerkundlicher Sicht. Man muss dazu sagen, dass der Mensch, der immerzu alle grüßt – nunja…er ist kein Deutscher. Versteht mich nicht falsch! Ich hab nichts gegen Ausländer, liebe Leser – ich will hier ja niemandem was vor machen – ich als Mischling. Aber andere Länder, andere Sitten – darum geht es! Und so sind die Sonnen verwöhnten, Meeres umrauschten und Freundlichkeit verliebten Australier (nur so als Beispiel) eine völlig andere Grußkultur gewöhnt. Ein Hallo ist einfach ein Hallo und kann immer und überall verteilt werden. Ja genau, immer und überall. Das ist hier in Deutschland nicht Usus. Grüßt ein Mann eine Frau, wird diese davon zwar nicht gleich schwanger, aber als Gegrüßter fragt man sich sofort “Was will der von mir?” – und flüchtet sich in einen abweisenden Blick und verstummt. Dabei ist ein Hallo keine Waffe und tut niemandem weh.

Im Gegenteil – vielleicht denkt man ja auf dem Nachhauseweg:
“Mensch da war heute einer, der hat einfach ‘Hallo’ gesagt…
das war irgendwie nett.”

Entering Marathonia!

19 Apr Whatch out for this crazy 42km-fellow.
Whatch out for this crazy 42km-fellow.

Whatch out for this crazy 42km-fellow.

Yes, I admit: I AM EXTREMELY EXCITED about my first 42km race. Excited, nervous, hyped. I have felt this way at least every day last week – which drug shows the same symptoms over such a long time? Have the side-effects already kicked in without me noticing? I’ve already told my non-running friends and co-workers I’ll turn back to “normal” after the race, I’ll go back to eating Franzbrötchen (can’t wait), (responsible) drinking and talking about other topics but running.

It is unbelievable what entering into a marathon does to people. I for myself have taken these last few training months quite seriously. Especially in the beginning: 4-5 running sessions every week, long runs on the weekend (up to 3 hours), low-sugar diet, no drinking…I quit partying due to sore leg muscles after 3h training runs. I went to bed on Saturdays at 10 pm. I started buying more and more running geer and had to stick to the same lame sweaters over the long-lasting winter, because I wouldn’t go “normal clothes-shopping”. I tried gels and carb-bars, studied nutrition information like the seasonal IKEA catalogue and even bought bright pink compression socks.

I wasn’t as outgoing about this race as I am now. I think I didn’t tell people I was going to run at this year’s Hamburg Marathon until February although I had submitted my registration already in November 2012. Why? First, I didn’t want the experienced people telling me what to do and what not to do during training and the race although hearing their advice wasn’t too bad after all. Secondly, I also didn’t want people expecting a tremendous finishing time and putting pressure on me. However, eventually I admitted I was going to run and all the reasons that had held me back from telling actually helped during training.

I learned that running is about sharing although it is not a team sport. It’s not a one-man-sport either. Well, it doesn’t have to be, although some people might prefer the solitude of running. I used to be like that, too, but let myself learn about the party of running. When running 3 hours in a training session you really long for some company, even when no-one is talking. Having someone breath, run and sweat next to you – literally step by step – keeps you moving. Also, talking during running is terrific, because you forget about tiring muscles, time and miles ahead of you. And you can learn so much about others and from others – and of course, about yourself. While soccer, for example, is about tactical passes and strategic team play, running is very personal. Well, it can be.

But as I said, I was very serious about this whole marathon thing in the beginning – which was in January 2013. With the return of a fucking (!) hardcore winter in March, I felt stuck in my training. Snow and ice-crumble were no fun to run on. Noticing no or only little progress in speed and condition, nor shape or weight made me question all my restrictions. I had weeks of only 0-3 running sessions and never managed to go back to 4-5. With an increasing work-load I balanced the blame on weather and work-load, instead of “getting my shit together” and just run.

Something has to happen, my conscious told me!

So I cut my secret goals short and focussed on “it’s your first marathon – RELAX & ENJOY”! Which of course – every experienced runner will tell you. But …of course – you have to make this experience yourself ;)

Earlier this week, after a shitty day I thought, why not run at 10:30 pm? So I went running and felt great afterwards. So great I had to send out a tweet…that was Monday evening. Monday, April15th 2013. A date marathonians all over the world will never forget. Two bombs went of during Boston Marathon and killed three people, injured hundreds, shocked millions. The bombs were placed near the finishing line and timed to go off when a mass of people would be in the area. Was it a terrorist attack? What were the motifs? Why here? Why? Why? Why? Why 6 days before the party run of my life? Answers are being investigated, suspects chased and wounds treated. With this incident on my mind, I reset my final goals for my first marathon are:
a) try to relax
b) try to have fun and
c) also finish for all those Boston Marathon athletes who were deprived of finishing.

Entering Marathonia is a great learning experience.
A lesson about setting and following a goal!

Der Kapuzenpulli

13 Apr Hoddie-Hug

Der Kapuzenpulli ist nicht einfach nur ein Sweatshirt. Der Kapuzzenpulli ist ein Statement. Ja, sogar ein Statement-Piece. Als Amateur-Fashionista bilde ich mir sogar ein, dass jeder Mensch ein solches Statement-Piece besitzen und hin und wider aktiv in Szene setzen sollte.

Zunächst einmal die Hardfacts:
Ein Kapuzenpulli muss…
- langärmlig und
- langschnittig sein, sprich über die Nieren, bis zum Popo gehen
- eine Bauchtasche haben mit Öffnungen links und rechts, sodass man die linke Hand links und die rechte Hand rechts hineinlegen kann
- natürlich eine Kapuze
- und zwei am Kragenansatz herabhängende Bändchen.

Auf dem Planeten Erde tauchte der Kapuzenpulli erstmals in den 1930er Jahren auf und zwar in den USA. Zu jener Zeit war der Kapuzenpulli ein praktisches Kleidungsstück unter Tagelöhnern und schützte vor allem  vor Nässe und Kälte. Trotz Hippies und Studio54-Blütezeit gelten die 1970er Jahre als die Kick-Off-Jahre des Kapuzenpullis. Doch erst seit den 1990er Jahren nennt man ihn dort “hoodie”, also Kapuzenpulli – kurz für “hooded sweatshirt”, also Kapuzenpullover.

Und nun zu den wichtigen Softskills:
Intuitiv weiß der Mensch, was er einem Kapuzenpulli – SEINEM Kapuzenpulli zu verdanken hat: Denn er – der Kapuzenpulli – kann Vieles, wenn man ihn nicht nur als sportliches Kleidungsstück aus Baumwolle betrachtet. Er  wärmt und schützt seinen Träger, egal ob männlich oder weiblich, egal ob jung der alt. Er macht geheimnisvoll, unsichtbar, anonym.

Schnell übergestreift für den Wochenend-Gang zum Bäcker, schnell übergestreift für die Joggingrunde um den Block, schnell übergestreift für den Gammelsamstag-Abend, schnell übergestreift, um beim windigen Strandspaziergang nicht zu frieren – schnell übergestreift um nicht splitternackt aus dem (fremden) Bett zu steigen.

Schnell übergetreift und laaaaang anbehalten.

Dieses Kuschel-Wärme-Schutzgefühl – das kleine tragbare Nest mit oder ohne Aufdruck, am besten eine Nummer größer als der Rest der Kleidungsstücke – das kann nur der Kapuzenpulli leisten. Wenn man ihn trägt – den Kapuzenpulli – dann drückt man aus: Ich brauche Wärme – ja auch auf dem Kopf, und um den Kopf herum, auch in der Stube; ich brauche Schutz vor der bösen Welt da draußen; ich möchte kein anderes Kleidungsstück tragen, denn nur mit dem Kapuzenpulli kann ich (heute) ich sein. Manchmal spricht er sogar, leise und doch gut hörbar: “Bitte Abstand halten”.

Gut zu wissen:
Auch der Kapuzenpulli muss ab und an gewaschen werden. Es empfiehlt sich, die Waschanleitung auf dem Etikett zu befolgen, um dem Kaupuzenpulli ein langes Leben zu bescheren und sich selbst einen treuen Begleiter bei Wind und Wetter – bei emotionaler Ebbe und Flut.

Nebenwirkungen
Die hier aufgeführten Hard- und Softskills beziehen sich auf die gewaltfreien Interpretationen des Kapuzenpullis in unserer Gesellschaft. Doch auch Kriminalität wird mit diesem besonderen Kleidungsstück in Zusammenhang gebracht. Nicht-Kapuzenpulli-Affine mögen Kapuzenpulli-Fans als faul und ungepflegt halten, sogar für Schlägertypen, Hooligans und Rechtsradikale. Nun bin ich selbst weder übermäßig faul noch auffällig ungepflegt und schon gar kein rechtsradikaler, schlägertypisierter Hooligan, nur weil ich derzeit drei dieses begehrten Kleidungsstückes mein Eigenen nennen darf.

Bedauerlicherweise hat der Kapuzenpulli aber auch in die brutalen und nachlässigen Subkulturen Einzug erhalten. Vielleicht ist dies der Filmkultur geschuldet, die “einfache” Protagonisten mit einfachen Kleidungsstücken zeigte, siehe “Rocky”. Brutal sind natürlich auch – aber auf ironische Weise – die ganzen amerikanischen Highschool-/College-Filme, in denen massenhaft Hoodie getragen wird.

Hoddie-Hug

Hoddie-Hug

Den Kindern ein Vorbild!

6 Apr

Welchen Kindern mag man sich fragen?

Seit Jahrzehnten lässt das statistische Bundesamt sinkende Geburtenzahlen in Deutschland verlauten. Pro Jahr gebären Frauen im Durchschnitt ca. 1,4 Kinder. Warum? Nun, zum einen lassen sich Frauen heute länger Zeit mit dem Nachwuchs, insbesondere die laut Demographen relevante Altersgruppe zwischen 26 und 35 – Stichwort “Karriere”…zum anderen…naja, gibt es halt auch immer weniger Frauen, zum Kinder kriegen, wenn es langfristig weniger Geburten gibt.

Heißt das dann, dass sämtliche Ampelschilder “Den Kindern ein Vorbild” überflüssig werden? Können wir Erwachsene jetzt endlich scham- und gewissenlos bei rot die Straße überqueren? Dürfen wir endlich fluchen, wie es der Herrgott wohl nicht verdient hat zu hören, wenn man an ihn glaubt? Und dürfen wir nun auch laut rülpsen und hemmungslos furzen, was das Zeug hält, mit vollem Mund reden, pöbeln und uns daneben benehmen, weil wir endlich endlich keine Vorbilder sein müssen? Leichte Vorfreude macht sich breit – schelmisch reiben sich Benehmensfrevel die Hände….

Nun…würde ich – zum Beispiel – all das tun und am besten noch aufhören zu duschen und mich echt einfach mal gehen lassen…irgendwann hätte ich wohl keine Freunde mehr. Wer will schon mit jemandem Zeit verbringen, der sich (in der Öffentlichkeit) nicht halbwegs zusammen reißen kann?

Würden wir denn eigentlich weniger Rücksicht im Straßenverkehr nehmen, wenn es diese Schilder gar nicht (mehr) gäbe? Und tun wir es nicht eigentlich schon, obgleich uns täglich quakende Kinder begegnen? Jeden Tag rast mir mindestens ein Radfahrer auf der falschen Seite vor mein Velo. Jeden Tag sehe ich Fußgänger bei rot über die Straße jagen. Es interessiert keinen mehr, ob irgendwo ein Schild hängt oder ein Kind staunt – ein Kind dem die Welt noch offen steht.

Vor einigen Jahren, als ich noch im ruppigen Rheinland wohnte und mit Besuch aus Fernost einen Ausflug zum Schokoladenmuseum in Köln unternahm, standen wir kurz vor unserem Ausflugsziel an einer Straßenbahn-Überquerung. Dort gab (und gibt es soweit ich weiß heute immer noch) eine Fußgängerampel, damit Fußgänger und Straßenbahn unversehrt ihren Weg durch Köln fortführen können. Damals also, auf unserem Weg zum Schokoladenmuseum, standen wir nun an jener Ampel und warteten auf das Grünzeichen. Natürlich – es ist ja ein täglich zu beobachtendes Phänomen – gab es auch an jenem Tag Passanten, die nicht auf grün warteten und unversehens bei rot die Gleise überquerten. Da es nun heutzutage nichts Ungewöhnliches ist, schert man sich nicht darum und verschwendet keine Energie auf eine Zurechtweisung derartigen Fehlverhaltens. An diesem Tag gab es jedoch einen wartenden Passanten, der dieses bei-rot-über-die-Straße-Gehen nicht dulden wollte und deshalb rief: “Ey du Wichser, das steht’n Kind!” (Da ich Wichser nicht auf japanisch übersetzen konnte – ich weiß es übrigens immer noch nicht – übersetzte ich das Gesagte etwas abgeschwächter.)

Vielleicht fragte das dort anwesende Kind seine Mutti direkt “Mama, was heißt Wichser?”…

Da um mich herum just der Baby-Boom ausgebrochen ist, mache ich mir dann und wann als (Quasi-)Tante in spe natürlich so meine Gedanken. Natürlich, egal wie viele oder wenige Kinder nun jährlich auf die Welt kommen, von Frauen zwischen jung und alt, früher oder später werden sie das fluchen und Abkürzungen im Straßenverkehr kennenlernen. Vielleicht muss ich ja irgendwann als (selbstredend) coole Tante sogar erklären, was Wichser heißt…und das nicht erst, wenn es Zeit für die Schule wird. Meinen Recherchen zu folge werden die “Den Kindern ein Vorbild”-Schilder nämlich vor allem zum Schuljahresbeginn aufgehangen und natürlich überwiegend in der Nähe von Schulen…außerhalb dieser Bildungseinrichtungen dürfen wir dann wohl alle Wichser sein, oder was?

Prä-Feiertags-Konsum

29 Mar
Osterfrisch

Osterfrisch

Es ist Ostern. Jesus wird sterben. Jesus wird auferstehen.

Karfreitag ist arbeitsfrei. Genauso ist Ostermontag arbeitsfrei, zumindest für die arbeitende Angestellten-Mehrheit.

Die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung empfindet diese arbeitsfreie Zeit als willkommene Gelegenheit: Manche feiern ein großes Familien-Osterfest, andere nutzen die Zeit, um wegzufahren oder einfach die Füße hochzulegen und den Kopf auszuschalten. Und natürlich freuen sich alle über das Ende der Fastenzeit: endlich wieder schlemmen, endlich wieder Völlerei – back to Winterspeck.

Damit auch der (Oster-)Samstag, ein regulärer Samstag mit regulären Öffnungszeiten der Geschäfte, ein entspannter (Oster-)Samstag wird, kommt es am Abend des Gründonnerstag zu einem Run auf Lebensmittel und Konsumgüter, wie vor allen Feiertagen und verlängerten Wochenenden – das Phänomen unserer gegenwärtigen Konsumgesellschaft.

Als gäb’s kein Morgen mehr
Als würde morgen der Krieg ausbrechen. Als gäbe es nur noch heute diesen einen Käse und diese eine bestimmte Sorte Äpfel. Die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln, die uns durch verlängerte Öffnungszeiten – wochentags teilweise bis 00 Uhr – suggeriert wird, löst einen Angstreflex aus, wenn eigentliche Wochentage wie Freitag und Montag plötzlich zu den Feiertagen Karfreitag und Ostermontag werden und man nicht mal eben noch schnell ein Brot holen kann. Was soll man nur tun, wenn das Salz ausgeht? Also gehen wir JETZT noch ein mal auf Jagd und harren anschließend der Dinge.

Natürlich könnten wir auch erst am (Oster-)Samstag losziehen oder noch einmal, falls wir etwas vergessen haben. Tendenziell wird an solchen Gründonnerstagen und auch (Oster-)Samstagen mehr gekauft, als an regulären Donnerstagen und Samstagen. Früher waren das auch Tage, die ein Mal im Monat vom Einzelhandel “verlängert” wurden. Dann gab es den “langen Donnerstag” und Geschäfte hatten bis 20 Uhr geöffnet, am “langen Samstag” bis 16 oder 18 Uhr. Diese heutzutage selbstverständliche ständige Einkaufsmöglichkeit gab es früher nicht. Da wurden der Feierabend, das Wochenende und die freie Zeit mit anderen Tätigkeiten verbracht als mit Konsum. Früher hatte man noch Hobbys. Ach früher…

Kassenroulette und strategische Regalreihen-Begehung
Als Vegetarier und aus Trainingsgründen vorerst noch drei Wochen auf Alkohol und Knabbereien verzichtend muss ich mich zwischen deutlich weniger Versuchungen entscheiden und schlage mich schneller zu den Kassen durch, als die um mich herum wuselnden Allesfresser und Ostersüßigkeitenopfer. Keinen Gedanken muss ich an Osterhasen, Ostereier, Osterwaffeln, Osterwasauchimmer verschwenden. Ich rede mir Paprikastreifen mit Quark als schmackhaften Fernseh-Snack schön während ich nun vor fünf geöffneten Kassen und Prä-Feiertags-Post-Feierabend-Schlangen stehe.

1,2, 3, 4 oder 5
Ich springe NICHT umher, denn sonst würde die 1l Glasflasche Johanisbeersaft zu Boden krachen und dunkelrote Spritzer auf aller Leute Hosen und Unterleiber verteilen, böse Blicke in meine Richtung provozieren und ich mir wünschen, nie einen Fuß in diesen Laden gesetzt zu haben. Also bleibe ich stehen. Die goldene Mitte. Gegen den kleinen Hunger könnte ich schon jetzt das Brot ins Humus tunken und mit dessen Knoblauch-Aroma die angespannte Stimmung aufmischen. Doch auch das lasse ich und checke stattdessen bei Foursquare ein. Außerdem schicke noch einen Tweet ab. Was soll man auch sonst tun, wenn man sich waghalsig dem Prä-Feiertags-Post-Feierabend-Konsum hingibt gegen die Angst nie mehr wieder eine butterzarte Avocado kaufen zu können und sich kurz vor dem Ziel nichts mehr bewegt?!

Ich hatte die Wahl und habe mich entschieden, genauso wie gefühlt ganz Hamburg. So sehr ich den Massenkonsum auch verachte, ich bin nicht davor gefeit. Bis Weihnachten arbeite ich vorsorglich schon mal an einer Prä-Feiertags-Konsum-Playlist und Beruhigungsmantras, falls mein Lieblingskäse und die eine bestimmte Sorte Äpfel tatsächlich vergriffen sein sollten.

Kopf auf Tisch

23 Mar Kopf auf Tisch - nicht nur ein typisches Freitagsgefühl.

…wer kennt nicht dieses Gefühl, diesen inneren, plötzlichen und unüberwindbaren Drang manchmal seinen Kopf auf einen Tisch fallen zu lassen? Vor Verzweiflung. Vor Wut. Vor Entsetzen. Vor Erschöpfung. Und das alles zusammen.

In eine Formel gepackt, würde dies lauten:
Verzweiflung+Wut+Entsetzen+Erschöpfung = Kopf auf Tisch
oder auch abgekürzt:
V+W+Ex2=K auf T.

Man muss kein Mathe-Genie sein, oder in seinem früheren Leben gewesen sein, um dieses Gefühl zu kennen. Es wird ausgelöst durch äußeres Einwirken – welches wiederum den sehr speziellen Verhaltensweisen von Mitmenschen geschuldet ist (und den in solchen Momenten wohl nicht kompatiblen persönlichen Sozialerwartungen).

Natürlich klingt das alles wahnsinnig abstrakt. Und Gefühle sind nicht abstrakt. Gefühle sind sehr abstrakt. Viel einfacher wäre es, wenn ich ein konkretes Beispiel nennen würde. Aber ich habe mir für thefeldstudien felsenfest vorgenommen, andere und vor allem mir bekannte Personen nicht (vorsätzlich) zu diffamieren. Also bleibt es einfach bei: Person X  hat Y gemacht und deswegen passiert V+W+E2=T auf K.

Bei solch heiklen Themen überlege ich wirklich lange, ob ich den Text überhaupt schreiben soll. Und so mag es manchem Leser ja auch in anderen Lebensbereichen – offline wie online – gehen.

“Sag ich jetzt, dass ich das scheiße finde oder halt ich die Klappe?”, “Kommt bestimmt nicht gut an, wenn ich ehrlich sage, dass ich nicht…”, “Was wäre, wenn wir mal nicht das machen, was…”

Beispielsätze. Variabel einsetzbar. Noch variabler die jeweilige Konsequenz. Und die Konsequenz im Internet heißt…Moment, ich frage mal diese bunte Suchmaschine…ahja, die nennt man Schitttschtorm. Ich hoffe, ich habe das richtig ausgesprochen. Keiner will einen Schitttschtorm über sich ergehen lassen müssen. Wenn man ihn vermeiden kann – also präventieren – dann sollte man das tun. (Mein digitales alter Ego sollte demnach also nichts zu befürchten haben.)

Dieses Gefühl wird ausgelöst in allen erdenklichen Lebensbereichen. Sowohl im Job, als auch im Freundes- und Familienkreis sowie von mir völlig fremden Menschen, die etwa an der Supermarkt-Kasse ihr Kleingeld wahnsinnig umständlich zusammen suchen und dann aber doch mit Karte bezahlen, was wiederum erst beim dritten Versuch funktioniert. Mein Problem im Supermarkt: es ist weit und breit kein Tisch für meinen Kopf zu finden.

In oben genannter Formel steckt aber noch viel mehr. Der ganze Körper sackt zusammen, wird klein. Das Gesicht wird nach innen gekehrt, der Mensch versteckt sich. Bloß nicht mehr hingucken, in die Hackfressen. Dank Kopf auf Tisch sind sie einfach weg. Verschwindibus und die Welt ist wieder gut. Für einen Moment.

Um noch mal auf mögliche Konsequenzen zurück zu kommen: Tut man das was andere erwarten, dann ist alles gut. Wir spielen eine Rolle, verhalten uns wie es das ungeschriebene Drehbuch unseres alltäglichen Lebens vorgibt. Gefragt wie es uns geht, antworten wir automatisch “gut, und dir?”, auch wenn es nicht der Wahrheit entspricht und es uns manchmal einen Scheiß interessiert, wie es anderen geht. Doch ist man egoistisch und denkt an sich, seine Gefühle, seine Bedürfnisse UND entscheidet, sich genau solchen Trieben hinzugeben, fällt man aus seiner Rolle raus und das Schauspiel funktioniert nicht mehr. Improvisationsakrobaten mögen das für einen Moment auffangen können, doch langfristig bleibt eine Kerbe. Ein Schittschtorm mag gehen, doch die Erinnerung daran bleibt. Aus irgendeiner Schublade wird er wieder hervorgegraben, Jahre später.

Neben der Anwendung von K auf T sollte man es hin und wieder auch mit persönlichen Aussprachen versuchen. Bei den täglich wechselnden Fremden an der Supermarkt-Kasse lohnt sich das vielleicht nicht unbedingt und da sollte Ruhe bewahren, tief durchatmen reichen.

Damit jetzt keiner denkt, ich sei Amok gefährdert…dieses Gefühl kommt nicht oft hoch. Meistens habe ich mich ja ganz gut unter Kontrolle und so scheint es der Mehrheit meines sozialen Umfelds auch zu gehen. Ínnerlich die Contenance zu verlieren ist keine Schande. Lernen, damit umzugehen wohl eine der größten Aufgaben unserer persönlichen Entwicklung.

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